Politik

Zossener Bürgermeisterin verharmlost faschistischen Brandanschlag

Zossen/Brandenburg (Korrespondenz), 26.01.10: Vergangenes Wochenende brannte im brandenburgischen Städtchen Zossen das "Haus der Demokratie" bis auf die Grundmauern nieder. Offensichtlich ein Brandanschlag von Faschisten. "Solange kein Ergebnis vorliegt, halten wir uns mit Spekulationen zurück", sagte der Sprecher der Bürgerinitiative "Zossen zeigt Gesicht", Jörg Wanke. Laut eines Berichts der "Berliner Zeitung" bestätigte Wanke jedoch auch, dass er Faschisten gesehen hätte, die sich gegenseitig vor dem brennenden Gebäude fotografierten. Dabei soll es sich offenbar um Mitglieder der "Freien Kräfte Teltow-Fläming" handeln.

In diesem Zusammenhang bezeichnend für die politische Lage in Zossen ist der Kommentar der Zossener Bürgermeisterin, Michaela Schreiber. Diese verharmloste die Gefahr durch Faschisten in ihrer Stadt und verwies auf eine Mitschuld der Bürgerinitiative, welche "zu links" bzw. kritisch wäre und dadurch den Zorn der Nazis "natürlicherweise" anziehen würde. Das faschistische Problem in Zossen wird somit von ihr verneint und auf einen Zustand reduziert, welcher nur hervortrete, wenn Nazis provoziert werden würden.

"Dies stellt einen Schlag ins Gesicht für die Menschen dar, die sich offen den Nazis entgegenstellen und für eine demokratische politische Kultur in Zossen streiten. Die Bürgermeisterin verkennt ganz offensichtlich die politische Bedeutung dieses antisemitischen Anschlages", so Hannes Püschel, Mitglied des Landesvorstandes der VVN-BdA Brandenburg.