Betrieb und Gewerkschaft

12.000 bei Warnstreik-Kundgebung des öffentlichen Dienstes in Dortmund

12.000 bei Warnstreik-Kundgebung des öffentlichen Dienstes in Dortmund

Dortmund (Korrespondenz), 05.02.10: Aus verschiedenen Städten des Ruhrgebiets und des Sauerlandes, unter anderem aus Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Lünen und Remscheid und von den verschiedenen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes waren 12.000 Kolleginnen und Kollegen gestern zum Sternmarsch und zur Kundgebung nach Dortmund gekommen. Viele waren bereits seit dem frühen Morgen in den Warnstreik getreten. In Dortmund z.B. fuhr keine Straßenbahn und kein Bus mehr. Die Mülltonnen blieben stehen und viele Kitas waren dicht. In der Stadtverwaltung und Sparkasse blieben viele Schreibtische leer, weil die Kolleginnen und Kollegen auf der Straße demonstrierten.

Die Stimmung war kämpferisch und die meisten stellen sich auf eine länhgere Auseinandersetzung ein. Die Dortmunder Erklärung "Für starke und kämpferische Gewerkschaften in der Krise!" wurde breit verteilt und stieß auf großes Interesse. Beim "Rote Fahne"-Verkauf zeigte sich bei den Käufern ein spontanes Interesse, sich weitergehend politisch zu informieren und zu orientieren. Die IG Metall, der DGB, die NGG sowie der Betriebsrat und Vertrauenskörperleitung von HSP überbrachten Solidaritätsgrüße.

Hauptredner war der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske, der in seiner vorwiegend kämpferischen Rede die Forderungen nach 5 Prozent mehr Lohn und "sozialen Komponenten" begründete. Er stellte heraus, dass die Politiker in den nächsten Jahren massive Arbeitsplatzvernichtung, Kürzungen der Löhne und der sozialen Dienstleistungen planten, weshalb es in dieser Tarifrunde nicht nur um die geforderten Prozente gehe. Bsirske erhielt tosenden Beifall, wenn er die Überarbeitung und die Arbeitshetze der Beschäftigten konkret machte.

Es ist allerdings eine Illusion, wenn Frank Bsirske darauf orientierte, mit einer Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst auch einen Beitrag zur Überwindung der Weltwirtschaftskrise zu leisten. Er bekam viel Beifall, als er weitere Kampfmaßnahmen ankündigte, sollte bei den nächsten Verhandlungen am 10. Februar in Potsdam kein Ergebnis erzielt werden. Dabei beschränkte er sich aber auf das Mittel des Warnstreiks, während in vielen Diskussionen Kollegen den vollen Einsatz der gewerkschaftliche Kampfkraft und die Einleitung von Urabstimmung und Streik forderten.