Politik

Montagsdemo Marl lässt sich von Neofaschisten nicht einschüchtern

Montagsdemo Marl lässt sich von Neofaschisten nicht einschüchtern
Montagsdemonstranten am 8. Februar in Marl

Marl (Korrespondenz), 10.02.10: Am Montag, den 8. Februar, trat bei der Montagsdemonstration in Marl eine Gruppe von zehn bis 15 meist jugendlicher Faschisten auf. Mit ihren schwarzen Klamotten, schwarz-weißen Baseball-Kappen und zum Teil grünen Haaren waren sie vor allem für unbeteiligte Passanten auf Anhieb gar nicht als Faschisten zu erkennen. Mit Gebrüll und Beschimpfungen versuchten sie die Montagsdemo zu stören und die Veranstaltung durch ein aggressives Auftreten zu bedrohen.

Der Besuch war kein Zufall. Am Samstag zuvor waren Kräfte der Montagsdemonstration und der MLPD maßgeblich daran beteiligt, einen Faschisten-Aufmarsch in Marl zu entlarven (siehe "Rote Fahne" 6/2010). Unter der verlogenen und menschenverachtenden Parole "Todesstrafe für Kinderschänder" versuchten die Faschisten zu punkten. Diesen Plan durchkreuzten die Gegendemonstranten mit ihrem offene Mikrophon erfolgreich: "Die Faschisten sind die größten Kinderschänder in der Geschichte. Sie haben Millionen Kinder in ganz Europa umgebracht, Menschenversuche auch mit Kindern in den Konzentrationslagern gemacht. In den 1990er Jahren verbrannten Kinder bei ihren Brandanschlägen ... ."

Die Montagsdemonstranten ließen sich auch am Montag nicht einschüchtern. Telefonisch wurden weitere Mitstreiter mobilisiert. Über das offene Mikrophon wurde bekannt gemacht, dass die Faschisten, die sich übrigens "Nationale Sozialisten" nennen, mit einer ungeheuerlichen Demagogie an den Sorgen und Nöten der Bevölkerung ansetzen.

Sie wollen vor allem Jugendliche für sich gewinnen, um eine Stimmung für die Einführung der Todesstrafe zu verbreiten und ihre faschistischen Organisationen aufzubauen. Am offenen Mikrofon wurde diskutiert, dass es das Gebot der Stunde ist, ein Verbot aller faschistischen Organisationen durchzusetzen.