Betrieb und Gewerkschaft

Kelch/Schorndorf: Blockade des Werkstors

Kelch/Schorndorf: Blockade des Werkstors
Torblockade

Schwäbisch Gmünd (Korrespondenz), 20.02.10: Seit Dienstag, den 16. Februar, blockieren die Beschäftigten bei Kelch in Schorndorf, Baden-Württemberg, das Werkstor, um den Abtransport der Maschinen zu verhindern. Schon im Januar wurde der Hersteller von Werkzeugaufnahmen in zwei getrennte Unternehmen aufgeteilt, "Kelch productions" mit einem Mindesteigenkapital von 25.000 Euro und "Kelch und Links", das über das ganze Kapital des vorigen Betriebes verfügt.

"Kelch und Links" ist Tochter des chinesischen Konzerns "Harbin Measuring & Cutting Tool Group Co. Ltd". Bei "Kelch productions" sind 116 Beschäftigte in der Fertigung angestellt. Doch sie arbeiten kurz, weil angeblich keine Aufträge da sind. Am Dienstag stellten Betriebsräte jedoch fest, dass Maschinen abtransportiert werden sollen. Die Arbeiter blockierten die Tore. "30 Polizisten sind dann plötzlich da gewesen", berichtet ein Kollege. "Wir haben denen gesagt, dass wir wissen wollen, welche Maschinen weggehen, wann und wohin."

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden dann Schichten eingeteilt, um den Abtransport der Maschinen durch eine Spedition zu verhindern. Seither stehen sie am Tor. Eine Kollegin bringt es in den Abendnachrichten auf den Punkt: "Wir kämpfen um unsere Arbeitsplätze. Wenn die Maschinen weg sind, gibt es nichts mehr zu kämpfen."

Am Freitag erstattete die IG Metall dann Anzeige gegen die Firma wegen Konkursverschleppung. Die Arbeiter beendeten ihre Blockade. Doch sie trauen der ganzen Sache nicht. Am Wochenende wollen einige Streife fahren.