Sozialismus

Gen-Mais-Produzent Monsanto weicht zurück

21.02.10 - Auch 2010 wird es in Deutschland keinen Anbau des gentechnisch veränderten MON810-Mais geben. Das weltweit berüchtigte Agrar-Monopol Monsanto lässt seine Klage auf Zulassung des genveränderten (gv) Mais vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig ruhen. Darauf einigte sich der Konzern mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Absprache zwischen Monsanto und dem BVL ist pikant.

Es war Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), die den Anbau des gv-Mais aufgrund des öffentlichen Drucks verboten hatte. Aigner ist die Vorgesetzte des BVL. Gegen dieses Verbot richtete sich die Klage der Gen-Manipulatoren. Offenbar hinter dem Rücken der Ministerin verständigte sich das BVL mit den Monsanto-Leuten, die Klage ruhen zu lassen. Man wolle sich zunächst außergerichtlich verständigen.

Beide Seiten hatten Angst, dass die Klage des Konzerns abgewiesen wird. Damit wäre ein endgültiges Aus des gv-Mais in Deutschland unausweichlich geblieben. Hat doch die Merkel/Westerwelle-Regierung in ihrem Koalitionsvertrag ihre Haltung zu MON810 vom Ausgang dieses Gerichtsverfahren abhängig gemacht.

Der Konzern wirbt unter den landwirtschaftlichen Betrieben vor allem mit der Schädlingsresistenz seiner Produkte. Tatsächlich bergen aber die Monsanto-Kreationen nicht nur für Verbraucher, sondern auch für die Landwirte unabsehbare Risiken. Inzwischen berichtet die Umweltschutzorganisation Global 2000 von dramatisch anwachsenden Problemen mit dem Gentech-Mais in Südamerika und Afrika. Von 2,5 Prozent im Jahr 2005 auf knapp 60 Prozent im Jahr 2007 stieg die Zahl der Landwirte in Südafrika, die von schweren Ernteeinbußen im Zusammenhang mit Monsanto-Mais berichten. Ursache ist eine sprunghaft steigende Resistenz verschiedener Schädlingssorten gegen Pflanzenschutzmittel auf den Gentechnik-Feldern.

Weltweit ist die in ihren Folgen noch längst nicht absehbare Gentechnik auf dem Vormarsch. Um knapp 10 Prozent wuchs die Anbaufläche von Gentechnikprodukten alleine zwischen 2007 und 2008. Auf 125 Millionen Hektar - das entspricht einer Fläche 3,5-mal so groß wie Deutschland - wurden 2008 gentechnisch veränderte Produkte angebaut. Bereits 2003 warnte Stefan Engel, der Vorsitzende der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD): "Noch stärker als bei den bisherigen Hochertragssorten sollten die Bauern weltweit von gentechnisch verändertem Saatgut und damit von den internationalen Monopolen abhängig gemacht werden."

Der Marxist-Leninist blickt in seinem Buch "Götterdämmerung über der 'neuen Weltordnung'" optimistisch in die Zukunft: "Mit dem ungeheuren Fortschritt der Produktivität in der Landwirtschaft sind alle materiellen Voraussetzungen gereift, dass kein Mensch auf der Welt mehr hungern müsste. Um das zu verwirklichen, ist es allerdings notwendig, die Drangsalierung der Welt durch eine Handvoll internationaler Monopole zu beenden, das imperialistische Weltsystem zu überwinden und den Sozialismus zu erkämpfen." (S. 78-79)