Politik
Rosenmontagsdemosplitter
22.02.10 - Nicht nur in Esslingen »durchzogen die Gedankenblitze des Herrn Westerwelle zu Hartz IV alle Auftritte am offenen Mikrofon.« Und überall kam es bei den Montagsdemos am 15.2. zu Freude- und Beifallsbekundungen über den großen Erfolg beim Verjagen der Faschisten in Dresden!
Am Bütten-Mikrofon in Bochum prangerte eine Lehrerin in ihrer satirischen Rede zum »Verfassungsbruch«die Nachteile von bedürftigen Schulkindern, insbesondere die geplante Gutscheinregelung an, bevor einer der Moderatoren sein selbst gedichtetes Lied »Reform, das heißt Sozialabbau« unter Jubel vortrug.
Westerwelle bekam Nachhilfeunterricht: Wenn der »meint, dass nur im Sozialismus die Sozialleistungen höher als die regulären Arbeitslöhne sind, weiß dieser Politiker überhaupt nicht, was Sozialismus ist. Dieser Unterschied zwischen Sozialleistungen und Arbeitslöhnen ist typisch für den Kapitalismus. Daher versuchen die neoliberalen Parteien alles, die Sozialtransferleistungen zu senken, um wieder das 'Lohnabstandsgebot' zum niedrigsten Lohn herzustellen.«
Und am offenen Mikrofon in Bremen wurde nachgelegt: »Auch wenn Westerwelle vom Sozialismus bestimmt keine Ahnung hat: Ein blindes Huhn findet halt auch mal ein Korn. Es gibt in der Tat in Deutschland einen seit Jahren anwachsenden Linkstrend und immer mehr Menschen, die sich einen echten Sozialismus wünschen.«
Nach über einem Jahr Unterbrechung fanden sich in Osnabrück etliche Montagsdemonstranten zusammen, weil es an der Zeit ist, wieder zu demonstrieren, zunächst mindestens an einem Montag im Monat - herzlichen Glückwunsch! Auch hier stand der Salto Mortale von Westerwelle im Mittelpunkt, den man zum Konsul ernannte, weil im alten Rom schließlich schon mal ein Esel diese Würde erhielt. Mit »Alles in allem ein sehr ermutigender Neubeginn« endet der Bericht aus Oldenburg.
Mit dem Motto »Die Großen lässt man laufen!« reihte sich die Görlitzer Montagsdemo in die närrische Zeit ein, um den Politikern zu stecken, wie diese »nach und nach den Bezug zur Wirklichkeit und dem realen Leben verlieren«.