Umwelt

Verheerende Bilanz von Sturm „Xynthia“: über 50 Tote und Milliarden Schäden

01.03.10 - Die Angst fuhr gestern mit auf den Autobahnen in Deutschland. Rund um Frankfurt wurden wie in Stuttgart der Bahnfernverkehr und teilweise auch die S-Bahnen ab Mittag eingestellt. Zwischen Fulda und Hanau saßen 800 Leute im ICE fest wegen eines Baumunfalls auf der Strecke, die Autobahn A3 bei Frankfurt war beidseitig gesperrt. Tausende Bäume wurden entwurzelt, Stromausfälle ließen die Leute frieren (allein in Frankreich waren 800 000 Haushalte betroffen), Tausende saßen fest. Begonnen hatte „Xynthia“ in Nordspanien und Portugal, zog dann durch Frankreich und traf immer noch mit voller Wucht auf Deutschland. Der Sturm hinterließ über 50 Tote, davon mindestens sechs in Deutschland, und Sachschäden in Milliarden-Höhe.

Dem Umweltministerium fiel zwar berechtigt, aber auch nicht mehr ein, als den Leuten zu raten, auf einen Waldspaziergang zu verzichten (laut „Frankfurter Rundschau“). Die Massenmedien  klagen allgemein über den so genannten Klimawandel und sprechen von „biblischen Umweltkatastrophen“. Wir sollen diese zerstörerischen Stürme als schicksalhaft hinnehmen wie die sprichwörtlichen biblischen Plagen. Aber: jedes Jahr wieder ein neuer schwerer so genannter „Jahrhundert“-Sturm - seit „Lothar“ im Dez. 1999 reißt das nicht mehr ab. Also häufen sich diese Stürme (z.B. legte jetzt gleichzeitig ein schwerer Schneesturm die Ostküste der USA lahm) und zweitens wächst deren Geschwindigkeit. Die Ursachen liegen in der Klimaerwärmung infolge des weiter kaum abgebremsten CO2-Ausstoßes (die Oberflächentemperatur der Meere nahm zu). Deshalb hat das Scheitern des Umweltgipfels im Dezember in Kopenhagen auch zur Folge, dass die verheerenden Stürme unser Leben und Alltag weiter bedrohen werden.

Stefan Engel erklärte dazu in seiner Rede am Politischen Aschermittwoch:
„Skrupellos wird wissentlich in Kauf genommen, dass in den nächsten Jahren und Jahrzehnten hunderte Millionen Menschen durch die dramatischen Klimaveränderungen ihre Existenzgrundlage verlieren, Inselgruppen im Meer versinken und Millionen Menschen in die Flucht getrieben werden. Präsident Obama, der nicht zuletzt wegen seiner vermeintlich fortschrittlichen Umweltpolitik gewählt wurde, gab gestern ein feuriges Plädoyer für saubere, sichere Atomkraftwerke von sich – und sicherte der Atomlobby in den USA 54 Milliarden Dollar an Bürgschaften zu.

Der gegenseitige Konkurrenzkampf der Imperialisten wird verstärkt mit imperialistischem Ökologismus für die Wiederherstellung der Maximalprofite betrieben. Das ist ihnen wichtiger als das Überleben der Menschheit! Unter dem Schlagwort der „Brückentechnologie“ sollen Atomkraftwerke in Deutschland künftig bis zu 60 Jahre laufen! Die staatliche Unterstützung erneuerbarer Energien wird dagegen systematisch zurückgefahren. Der Ausbau der fossilen Energieträger wie in den Kohlekraftwerken wird verstärkt festgeschrieben. Das imperialistische Weltsystem ist absolut unfähig, die dringendsten Menschheitsprobleme zu lösen!

Erfreulicherweise hat das Scheitern in Kopenhagen zu einer deutlichen Belebung der weltweiten Umweltbewegung gegen die Profitgier der Monopole beigetragen. Der Gedanke einer internationalen aktiven Widerstandsfront gewinnt deutlich an Boden. Dafür setzt die MLPD ihre Kräfte seit Jahren ein! Rettet die Umwelt vor der Profitgier!“

Die Rede kann hier gelesen werden

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