Jugend

Karlsruher Stadtspitze im Verfolgungswahn vor den Rotfüchsen

Karlsruhe (Korrespondenz), 04.03.10: Wie in vielen anderen Städten ist auch in Karlsruhe die Kinderorganisation ROTFÜCHSE aktiv. Bei ihren wöchentlichen Werbeumzügen laden sie auf Sport-, Spielplätzen und auf der Straße andere Kinder ein. Das ist der Stadt Karlsruhe anscheinend ein Dorn im Auge. Schon beim Faschingsumzug wurden den Rotfüchsen mit ihrem Motto "Nicht kürzen bei den Kurzen" die Teilnahme verweigert (siehe "rf-news" vom 13.2.10).

Diese Woche erhielt die Geschäftsstelle des Jugendverbands REBELL einen Brief der Stadt Karlsruhe. Ihr liege "eine Beschwerde über politische Werbemaßnahmen Ihrer Organisation 'Der Rebell' auf öffentlichen Spielplätzen im Stadtgebiet Karlsruhe" vor. Sie weist "darauf hin, dass dieses Vorgehen eine unerlaubte Benutzung ... der städtischen Grünanlagenverordnung darstellt". Großzügigerweise sieht sie "von der Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens zum jetzigen Zeitpunkt ab", will "jedoch zukünftig verstärkt Kontrollen durchführen und entsprechende Verstöße zur Anzeige bringen".

Das ist ein erneuter Angriff auf die Karlsruhe Rotfüchse und den REBELL, den wir nicht auf uns sitzen lassen! Dabei ist unsere Fächerstadt laut Oberbürgermeister doch so kinderfreundlich. Karlsruhe ist außerdem UNICEF-Kinderstadt 2010. Dazu OB Fenrich: "Wir wollen das Jahr aber nicht nur dazu nutzen, Spenden für UNICEF zu sammeln, wir wollen in Karlsruhe auch für noch mehr Kinderfreundlichkeit werben. Ich sage bewusst 'noch mehr', weil wir seit vielen Jahren schon eine wichtige, eine gute Basis geschaffen haben." (Quelle: "Bürgerzeitschrift für Karlsruhe", Ausgabe Februar 2010, 42. Jahrgang)

Kinderfreundliche Stadt?! Davon können die Rotfüchse ein Lied singen: Seit Jahren werden uns öffentliche Räume verweigert und in Jugendhäusern dürfen wir uns auch nicht treffen. Außerdem ist es einfach lächerlich, einer Kinderorganisation mit dem Thema "Wir lernen unseren Stadtteil kennen!" zu sagen: "Ja tut das - aber lasst die Spielplätze, öffentliche Feiern wie den Faschingsumzug, Parks, alle der Erholung und Entspannung dienenden Grünanlagen, Rasenflächen, Brunnen etc. weg!"

Wie kommt die Stadt auf die absurde Idee, einer Kinderorganisation die Tätigkeit auf Spielplätzen zu untersagen? Was wollen die Ordnungsbeamten dann mit den Rotfüchsen machen – sie verhaften? Soll es kriminell sein, wenn die Rotfüchse andere Kinder dazu einladen, am nächsten Treffen mit zum Besuch der Bücherei oder des Bäckers im Stadtteil zu kommen?

Wir werden weiterhin Jugendliche und Kinder dafür werben, sich im REBELL und bei den Rotfüchsen zusammenzuschließen und alles zu lernen für den Kampf um eine befreite Gesellschaft. Wir lassen uns das Recht auf freie Meinungsäußerung, das auch Artikel 4 des Grundgesetzes vorsieht, nicht nehmen! Wir werden bei unserem OB Fenrich mit REBELL, Rotfüchsen, MLPD, Eltern, Freunden und Unterstützern dagegen protestieren. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Solidaritätserklärungen an: rebell_karlsruhe@gmx.de