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Viele gute Gründe für Frauenpower am 8. März

05.03.10 - Pünktlich zum Internationalen Frauentag am 8. März erschien heute eine Mitteilung des Statistischen Bundesamts zu den Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen - eine brisante Studie. Danach verdienten in Deutschland Männer 2008 durchschnittlich pro Stunde 18,90 Euro, die Frauen aber 4,39 Euro weniger, das ist eine Differenz von über 23 Prozent. Nach jüngsten EU-Statistiken ist die Ungleichheit bei der Bezahlung von Männern und Frauen nur in Österreich, den Niederlanden, Zypern, Tschechien und Estland größer als in Deutschland.

An diesem Zustand, der seit Jahren von der Frauenbewegung angeprangert wird, hat sich nichts zum Positiven geändert, im Gegenteil, die Differenz bei den Löhnen und Gehältern wächst. Ein Hauptgrund dafür ist, dass zwar immer mehr Frauen erwerbstätig sind, häufig aber in Teilzeit- und Niedriglohnjobs abgedrängt werden.

Appelle an die Verantwortlichen in den Betrieben und staatlichen Ämtern oder Hoffnungen, Politiker/innen wie z.B. Angela Merkel würden das ändern, helfen da nicht weiter. Die Forderung "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist nur im entschiedenen Kampf von Frauen und Männern gemeinsam durchzusetzen, wozu die kämpferische Frauenbewegung stärker werden und sich besser organisieren muss, im Frauenverband Courage, in den Gewerkschaften - in Deutschland und weltweit!

Familienministerin Kristina Schröder (bisher Köhler) brachte jetzt den Vorschlag ein, dass Berufstätigen die häusliche Pflege von Verwandten ermöglicht werden soll (Pflege und gleichzeitig Halbtagsarbeit bei 75 Prozent Gehalt für zwei Jahre, dann solange Vollzeit bei ebenfalls nur 75 Prozent, bis Zeit- und Gehaltskonto wieder ausgeglichen sei). Stellt sich so die schwarz-gelbe Bundesregierung die Zukunft der Frauen vor? In den Betrieben und Verwaltungen doppelt ausgebeutet und nach der Arbeit sollen sie auch noch die ganze Last der häuslichen Pflege schultern?!

Das Schröder-Modell zementiert die Familie (und damit hauptsächlich die Frau) als die Pflegeinstanz und führt zu einer weiteren Absenkung des Unternehmeranteils an den Sozialversicherungen, da es eine Kostensenkung für die Pflegeversicherung darstellt. Die Chefs der Kapitalistenverbände wehren sich daher interessanterweise auch nur gegen den "bürokratischen" Aufwand.

Im Mittelpunkt des Internationalen Frauentags steht das couragierte Eintreten für die Lebens- und Zukunftsfragen der Masse der Frauen und damit auch der Menschheit. Dazu gehört der Protest gegen die frauenfeindliche Familienpolitik der Regierung genauso wie das Engagement für die Rettung der Umwelt, gegen Diskriminierung von Frauen, reaktionäre Kriege und für die Befreiung der Frau.

Auf Anregung von Clara Zetkin begründete vor 100 Jahren die zweite internationale sozialistische Frauenkonferenz in Kopenhagen diese kämpferische Tradition. Dieses Jahr wird die Werbung und Mobilisierung für die Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen im März 2011 in Venezuela einen besonderen Schwerpunkt bilden, die mittlerweile von Frauenorganisationen und hunderten Persönlichkeiten aus über 30 Ländern vorbereitet und unterstützt wird.

Die MLPD tritt am 8. März insbesondere für die Förderung der kämpferischen Frauenbewegung gegen alle Formen der besonderen Ausbeutung und Unterdrückung von Frauen sowie für die Befreiung der Frau im Sozialismus ein (mehr dazu im Buch "Neue Perspektiven für den Kampf um die Befreung der Frau - eine Streitschrift").

(Wir freuen uns schon auf interessante Berichte und Bilder von den Aktivitäten am 8. März, die für die nächste Druckausgabe der "Roten Fahne" bis spätestens Dienstag früh an die Redaktion geschickt werden müssen.)