Politik

Montagsfrauendemo-Splitter: "Und unsere Träne soll Kristall des Lachens sein"

12.03.10 - Das war das Motto des Straßentheaters des Frauenverbands Courage auf der Montagsdemo in Bochum. Ein denkwürdiger Montag, der 8. März, der Internationale Frauentag. Schließlich sind die Frauen auch die Hälfte des "Montagsdemohimmels" gegen Hartz IV. Und eine Befreiung von Hartz IV ist ohne sie undenkbar. Viele Passanten folgten dem interessanten Theaterstück über das Leid der Frauen auf der Welt und über ihren Widerstand.

Die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft bekam die Wut vor allem auch der Montagsdemonstranten aus ihrer Heimatstadt Mülheim/Ruhr zu spüren; Wut über ihren Vorschlag, "freiwillige Arbeitsgelegenheiten im öffentlichen Dienst zu schaffen".

In Saarbrücken klagten Montagsdemonstranten an, dass Frauen durchschnittlich etwa 25 Prozent weniger als Männer für die gleiche Arbeit und nur eine halb so hohe Rente wie die Männer erhalten.

Sehr stimmungsvoll ging es in Esslingen zu, als Montagsdemonstranten Rosen an Frauen verteilten. Die Debatte am offenen Mikrofon reichte von den Niedriglöhnen für Frauen hier bis zu deren Lage in den unterdrückten Ländern und den zur Prostitution verschleppten jungen Frauen aus Osteuropa. Protest ist international angesagt. In Griechenland machen es die Leute richtig. Mit Begeisterung wurde von den Vorbereitungen für die Weltfrauenkonferenz im nächsten Jahr in Venezuela berichtet. 

Die deutsche Vorzeige-Feministin, Alice Schwarzer, ist dagegen mit ihrer Forderung nach Abschaffung des Internationalen Frauentags bei den Montagsdemonstranten unten durch. So auch in Hamburg, wo 300 Demonstranten, vornehmlich Frauen mit ihren Organisationen aus mindestens sechs verschiedenen Ländern, die Montagsdemo zu einer internationalen Demonstration für die Befreiung der Frau machten mit einem stimmungsvollen und begeistern den Abschluss am Jungfernstieg-Binnenalster!

In Görlitz schließlich freute man sich über Gäste von den Montagsdemos aus anderen Städten. Dabei ging es darum, die eigenen Anstrengungen zu vergrößern, mehr Menschen für die Montagsdemo zu mobilisieren. "Meckern und wegsehen hilft nicht... Nur wenn wir gemeinsam aktiv, ja lebendig werden können wir etwas bewegen und verändern, denn: Wir sind das Volk!"