Frauen

300 bei kämpferischer Demonstration zum Frauentag in Hamburg

Hamburg (Korrespondenz), 15.03.10: Kämpferisch, lautstark, selbstbewusst und in vielen Sprachen – das war der Demonstrationszug durch die Hamburger Innenstadt zum Internationalen Frauentag 2010.

Aufgefrufen hatte die Hamburger Stadtfrauenkonferenz – und gekommen waren über 300, vor allem Frauen, aber auch Männer, einige Kinder. Die Hamburger Montagsdemonstration verzichtete anlässlich des Frauentags auf ihre seit über 5 Jahren stattfindende Kundgebung und beteiligte sich an der Frauentagskundgebung und Demonstration. Frauen vom Frauenverband Courage und der kämpferischen Frauenbewegung Hamburgs, aus der Türkei/ Kurdistan, Migrantinnen aus dem Iran, Frauen aus Südamerika … demonstrierten gemeinsam gegen die weltweite besondere Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen. 

Auch wenn Frau Schwarzer den internationalen Frauentag als "sozialistische Erfindung" gleich ganz abschaffen will – diese Demonstration gab einen lebendigen Beweis für die dringende Notwendigkeit des Kampfs um die Befreiung der Frau. In den Kundgebungsreden und am offenen Mikrofon kam zur Sprache:

* dass im Jahr 2009 trotz steigender Erwerbsbeteiligung 640.000 weniger Frauen in einer Vollzeitbeschäftigung waren als ein Jahrzehnt zuvor.
* Während die Bezahlung von Frauen in Deutschland noch 23% geringer ist als die ihrer männlichen Kollegen, nahm die Zahl der Teilzeitjobs für Frauen um 1,13 Millionen zu, die der Minijobs seit 2003 um 930.000; kein Wunder, dass die Zahl der "Aufstockerinnen", die trotz Erwerbstätigkeit auf Hartz IV angewiesen seien, seit 2005 um fast die Hälfte auf 742.910 gestiegen.
* In Ländern wie dem Iran unterdrückt das reaktionär-feudalistische Regime Frauenrechte in extremster Form – aber weltweit entwickelt sich auch der Protest und Widerstand dagegen. 

Die MLPD Hamburg beteiligte sich aktiv an der Demonstration und lud mit der Glückwunschkarte zum Internationalen Frauentag zu ihrer Veranstaltung ein. Zwar bei eiskaltem Wetter, aber der tollen Kulisse am Jungfernstieg endete die Demonstration mit dem vielstimmigen Lied Todo Cambia und der Werbung für die Weltfrauenkonferenz 2011 in Venezuela.