MLPD

Brief einer Lehrerin an die Deutsche Bank

15.03.10 - Der folgende Brief einer Lehrerin aus dem Rheinland vom 7. Dezember 2009 an die Deutsche Bank zur Kontenkündigung gegenüber der MLPD wurde "rf-news" nachträglich zur Verfügung gestellt:

Werter Herr Ackermann,

"Soziales Handeln muss selbstverständlicher Teil unseres Denkens und Handelns sein", so lautet eine der Maximen der Deutschen Bank. In meinem Beruf als Lehrerin bemühe mich, den Schülern neben dem Fachwissen auch Grundsätze des Zusammenlebens in einer Demokratie zu vermitteln und das ist sehr wichtig heutzutage. Wenn einige bereit sind, für die Schaffung von Arbeitsplätzen auch schon einmal Menschenleben zu opfern, ist das für mich ein Alarmzeichen. Ich mache sie dann mit dem Grundgesetz bekannt: Artikel 2: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit."

Nun sehe ich mich veranlasst, Sie, Herr Ackermann, auf die Grundrechte in einer Demokratie hinweisen zu müssen. Zufällig erfuhr ich, dass die Deutsche Bank am 12. November 2009 sämtliche Konten der MLPD gekündigt hat. Gegenüber der Commerzbank, die ebenfalls Mitgliedern dieser kleinen Partei Konten sperrte, gab es bereits ein Urteil. Diese renommierte Bank steht laut Landgerichtsbeschluss im Verdacht, gegen das Willkürverbot verstoßen zu haben. Passt ein solch kleinliches Vorgehen zum Image von Weltunternehmen im 21.Jahrhundert?

Herr Ackermann, Sie befinden sich in der Bundesrepublik Deutschland. Sie sind als öffentliche Persönlichkeit im Rampenlicht und haben damit besondere Verantwortung für die Gesellschaft. Sie wollen bestimmt keine Diktatur errichten. Auch für Sie und Ihre Institution gilt der Artikel 3 (3) des Grundgesetzes: "Niemand darf wegen... seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden..."

Bitte ziehen Sie umgehend diese unzeitgemäßen Maßnahmen zur Unterdrückung unbequemer politischer Bewegungen zurück, wir leben schließlich nicht mehr im 19. Jahrhundert.

Mit freundlichen Grüßen