Betrieb und Gewerkschaft

Zweiter bundesweiter Aktionstag bei Siemens IT Solutions (SIS)

München (Korrespondenz), 23.03.10: An allen Standorten protestierten gestern die Kolleginnen und Kollegen gegen die geplante Vernichtung von über 2.000 Arbeitsplätzen bei SIS in Deutschland. In München-Perlach gingen wieder über 700 mit einer Montagsdemonstration zur Kundgebung der IG Metall. Beifall gab es immer bei kämpferischen Aussagen wie "Siemens versteht nur Druck – und den werden wir steigern" und Angriffen auf die Manager, die keinerlei Rücksicht auf die Menschen nehmen.

Am meisten Beifall gab es bei der Ankündigung, eins drauf zu setzen und mal zur Konzernzentrale am Wittelsbacher Platz zu ziehen. Die Redner von der IG-Metall-Ortsverwaltung orientierten gleichzeitig auf Verhandlungen: man solle erst mal abwarten, was sich da tut. Der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Rinderspacher beklagte den Verfall der "Siemens-Kultur", was zum Teil bei älteren Kollegen noch wirkt. Beifall bekam er für die Kritik an der "Untätigkeit" der bayerischen Staatsregierung, vor allem die Kritik an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bekam Beifall.

In Diskussionen mit Kollegen zeigte sich eine Skepsis, ob die Verhandlungen mit Siemens etwas bringen und ob Demonstrationen ausreichen - gleichzeitig hoffen die Kollegen auch darauf. Sie wollen auf jeden Fall etwas tun, um Druck aufzubauen. Den Schritt zum Streik trauen sie sich aber noch nicht zu. Die Idee eines konzernweiten Aktions- und Streiktags, wie sie die Kollegenzeitung "Elektropower" vertritt, wird auf jeden Fall positiv aufgenommen.