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Was geschah am 2. April wirklich im afghanischen Kundus?

03.04.10 - Die Bundeswehr hat nach Angaben eines afghanischen Provinz-Gouverneurs gestern sechs afghanische Soldaten getötet. "Sie haben auf das Fahrzeug der Armee gefeuert und versehentlich sechs Soldaten getötet", sagte laut Presseberichten Mohammed Omar, Gouverneur der Provinz Kundus. Das deutsche Einsatzführungskommando teilte heute früh in Potsdam mit, dass am gestrigen Abend gegen 19.00 Uhr Bundeswehrsoldaten das Feldlager in Kundus verlassen haben, um andere Soldaten abzulösen. Diese seien seit am Mittag in Gefechte mit Taliban verwickelt gewesen.

Drei deutsche Soldaten waren hier ums Leben gekommen, mindestens fünf weitere wurden verletzt. Die "Zeit" allerdings berichtet, dass die Soldaten einer Patrouille angehörten, die eine Straße routinemäßig nach versteckten Sprengsätzen abgesucht habe. Eines der gepanzerten Fahrzeuge der Bundeswehr selbst fuhr über eine Sprengladung, deren Explosion ganz offensichtlich den Tod der drei bzw. "einiger" Soldaten verursachte. Gab es überhaupt einen Hinterhalt von Taliban mit tödlichen Schüssen auf die Bundeswehrsoldaten?

Auf dem Weg zum Einsatzort begegneten den zur Ablösung eingeteilten Bundeswehrsoldaten jedenfalls zwei zivile Fahrzeuge, die - so das Einsatzführungskommando - "trotz durchgeführter Sicherheits- und Identifizierungsverfahren" nicht anhielten. Daraufhin eröffnete ein deutscher Schützenpanzer das Feuer auf eines der Fahrzeuge; fünf oder sechs Insassen der Fahrzeuge wurden getötet. "Aus Versehen", wie sich herausstellte - denn die Fahrzeuginsassen waren afghanische Soldaten, bei den vermeintlich zivilen Autos handelte es sich um Fahrzeuge der Afghan National Army.

Die Bundeswehr hat also sogenanntes "friendly fire" auf afghanische Armeeangehörige eröffnet - in der Annahme, es handele sich um Zivilisten!

So also sieht es aus, wenn im Auftrag von Kriegsminister zu Guttenberg und Kanzlerin Angela Merkel die Bundeswehr im imperialistischen Krieg gegen das afghanische Volk die verschärften Einsatzregeln befolgt!

Das ist offenbar die Schlussfolgerung aus den Untersuchungen des Massakers vom 4. September 2009, bei dem 160 Menschen bei Kundus getötet worden waren. Nachweislich hatte der damals befehlshabende Oberst Klein die Entscheidung zu diesem Bombardement im Einvernehmen mit Bundesnachrichtendienst und Regierung getroffen.

Karl-Theodor zu Guttenberg ließ aus dem Osterurlaub in Südafrika in einer schriftlichen Stellungnahme zum Tod der deutschen Soldaten verlautbaren, dass der Einsatz "gefährlich, gleichwohl notwendig" sei. Man kann sich auf erneut verschärfte Kriegshetze einstellen.

Dass inzwischen auch bereits 39 deutsche Soldaten bei dem Kriegseinsatz der Bundeswehr den Tod fanden, wird die Ablehnung dieses Einsatzes durch die Bevölkerung in Deutschland weiter verstärken.

Heraus zum Ostermarsch! Sofortiger und bedingungsloser Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan! Rückzug aller deutschen Truppen aus dem Ausland! Zu Guttenberg soll zurücktreten!