International

Regierungssturz in Kirgistan

08.04.10 - Zu den Hintergründen des Sturzes der Regierung von Präsident Kurmanbek Bakijew in Kirgistan nahm der Journalist Sergej Perchalski aus Kasachstan gegenüber "rf-news" Stellung:

"Vor fünf Jahren haben die Leute gelernt, dass man einen Präsidenten leicht ablösen kann. Die soziale Lage ist viel schlechter als in Kasachstan. Die Löhne sind sehr niedrig. Die meisten sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Früher kamen sehr viele Kirgisen zur Arbeit nach Kasachstan. Im letzten Jahr gab es wegen der Krise diese Arbeitsplätze nicht mehr.

Jetzt können diese Leute nirgendwohin mehr zur Arbeit fahren und Geld verdienen. Die Mehrheit kehrte nach Kirgistan zurück. Auf dem Land können sie auch nicht arbeiten, da sind schon viele und nutzbares Land gibt es wenig. Deswegen ist die Arbeitslosigkeit sehr gestiegen.

Es fallen mehrere Gründe zusammen. Einerseits die Clans und ihr Kampf untereinander, andererseits die Regierung, die die Preise für Strom und Heizung erhöht, dann der niedrige Lebensstandard, die ganz niedrigen Löhne der Bevölkerung und dass es praktisch keine Arbeit gibt. Dazu kommt, dass Präsident Bakijew seine Versprechen nicht erfüllt hat. Die Opposition, scheint mir, ist daran interessiert, demokratische Normen einzuführen, mehr parlamentarische Rechte, während jetzt der Präsident viel Macht hat."