International

Polizei ermordet kämpfende Bergleute in Peru

06.04.10 - Die Ortsgruppe von "Solidarität International" Schwäbisch Hall schickt uns eine Information und Erklärung der Marxistisch-Leninistischen Partei Perus, die sie über das Institut für Volks- und Arbeiterbildung in Peru ("Instituto Amaru José Santos Atahualpa"), mit der sie eng zusammenarbeitet, erhalten hat. Angeklagt wird darin ein Massaker - diesmal an Bergleuten - durch Polizei und Regierung. Rund 6.000 Minenarbeiter haben eine große Straße bei Arequipa blockiert. Die Polizei hat Schüsse gegen die Kämpfenden eröffnet.

Nach letzten Meldungen wurden sechs Arbeiter ermordet und es gab zig Verletzte. In sieben Provinzen wurde der Ausnahmezustand verhängt. Die Bergarbeiter wehren sich gegen den Plan der Regierung, ihren bisher ohne staatliche Genehmigung und mit einfachsten Mitteln betriebenen Klein-Bergbau gesetzlich zu reglementieren.

Die Regierung unter Präsident Alan García begründet das Vorgehen damit, dass der informelle Bergbau extrem umweltschädlich ist. Das stimmt, da viel mit hochgiftigem Quecksilber ohne ausreichenden Schutz gearbeitet wird. Aber es ist ein verlogenes Argument, wenn gleichzeitig die großen Bergbaumonopole sich über sämtliche Umweltgesetze hinweg setzen und von der Regierung gefördert werden. Es geht ganz offensichtlich nur darum, dass eben diese Monopole sich allein den ganzen Profit aus den Bodenschätzen einverleiben können.

Die Ureinwohner sind die entschiedensten Gegner der Umweltverbrecher, die ihre Lebensgrundlagen zerstören. Vor einem Jahr gab es einen bewaffneten Aufstand gegen den Ausverkauf des Amazonas-Gebiets an internationale Konzerne, der im Blut erstickt wurde. Heute unterstützt die Ureinwohner-Organisation am Amazonas den Streik der Bergleute! Sie hat zusammen mit der Gewerkschaft ein Projekt eingereicht, um die informell arbeitenden Bergleute in reguläre Arbeitsverhältnisse zu bringen und gleichzeitig Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zu ergreifen. Den Vorschlag habe die Regierung bisher noch nicht einmal angesehen. So wichtig sind ihr in Wahrheit die Menschen und die Umwelt am Amazonas. In der ganzen Welt muss der Kampf um Arbeitsplätze und für den Erhalt der natürlichen Umwelt gegen die Profitgier der internationalen Monopole und die ihnen dienenden Regierungen geführt werden.

Die Marxistisch-Leninistische Partei Perus verurteilt die brutale Gewalt gegenüber den Bergarbeitern und dem Volk von Madre de Dios und ruft zur Solidarität auf:

"Die Marxistisch-Leninistische Partei Perus unterstützt die Bergarbeiter und deren Verband (FENAMAD) sowie die Bevölkerung von Madre de Dios voll und ganz. Sie fordert die Aufhebung des Ausnahmezustands und die Wiedereinführung der konstitutionellen Rechte, den Rückzug von Polizei und Militär und die Bestrafung der Verantwortlichen dieses neuerlichen Massakers.

Sie fordert  die verschiedenen Arbeiter- und Volksorganisationen des Landes zu unmittelbarer und energischster Solidarität auf, insbesondere fordert sie von der CGTP den Aufruf zur Mobilisierung für eine nationale Demonstration und für einen 48-stündigen nationalen Streik. Ebenso bitten wir um internationale Solidarität von allen Arbeitern und revolutionären, antiimperialistischen und fortschrittlichen Organisationen der Welt."

Solidaritätsschreiben an die peruanischen Bergleute und an die Marxistisch-Leninistische Partei Perus können zur Weiterleitung an redaktion@rf-news.de geschickt werden.