Betrieb und Gewerkschaft

Montagsdemos bei Siemens SIS gehen weiter

Montagsdemos bei Siemens SIS gehen weiter

Erlangen (Korrespondenz), 13.04.10: Die Kollegen von Siemens IT and Solutions (SIS) kämpfen weiter gegen ihre Ausgliederung aus der Siemens AG und die damit verbundene Vernichtung tausender Arbeitsplätze. Mit der Beteiligung von ca. 200 Kollegen fand am Montag, 12. April, die bisher größte Demonstration von Siemens-Kollegen in Erlangen gegen die Pläne bei SIS statt.

In einem Interview mit der IG Metall erklärte die stellvetretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Birgit Steinborn, auf die Frage, ob Siemens bereits Genaueres zur "Restrukturierung" von SIS verkündet hat: "Die Pläne der Firmenleitung sehen vor, die SIS in zwei Organisationseinheiten aufzuteilen, in die SIS NewCo und SIS A. Von derzeit etwa 9.700 Beschäftigten der SIS einschließlich ihrer Tochterunternehmen Montagsdemo SIS Erlangenin Deutschland sollen ca. 7.500 zum 1. Juli 2010 aus der Siemens AG ausgegliedert und später in ein Unternehmen mit eigener Rechtsform und angeblich vereinfachten Strukturen überführt werden. Bei der Siemens AG sollen über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbleiben, deren Arbeitsplätze zusammen mit weltweit weiteren 2.200 der insgesamt rund 35.000 Stellen entfallen sollen."

Laut Betriebsrat will die Firmenleitung beim innerhalb der Siemens AG verbleibenden Teil der SIS eine Teilbetriebsschließung durchführen. Selbst den bis Ende September dieses Jahres noch laufenden "Beschäftigungssicherungsvertrag", der die Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen vorsieht, könnte sie so umgehen. In Erlangen war es bereits der neunte Montagsspaziergang, in vielen anderen Städten wird ebenfalls und teilweise schon länger protestiert.