Politik

1. Mai in Berlin: Kampf um Gewerkschaftseinheit und aktiver Widerstand gegen Faschistenprovokation

1.Mai BildreportBerlin (Korrespondenz), 02.05.10: Von zunächst 3.000 auf später 6.000 bis 8.000 Teilnehmer schwoll die traditionelle 1. Mai-Demonstration in Berlin an. Vom DGB-Haus ging der Zug zum Brandenburger Tor, zur dortigen Kundgebung und dem angrenzenden Familienfest des DGB. Die neue DGB-Landesvorsitzende Doro Zinke verurteilte entschieden den zeitgleich in Berlin erlaubten Aufmarsch der Faschisten und forderte das Verbot aller Nazi-Organisationen.

Vom Kundgebungsort fuhren Busse zu den Blockade-Punkten gegen die geplante Nazi-Route im Nordosten der Innenstadt. Die MLPD hatte von Anfang an einen Teil ihrer Kräfte zur Unterstützung des aktiven Widerstands gegen die Faschisten eingeteilt. Über 10.000 Antifaschisten verhinderten deren Propaganda-Marsch weitestgehend, trotz massivster Polizeipräsenz und brutaler Räumungen einzelner Blockade-Punkte. Herzlichen Glückwunsch allen Antifaschisten!

Auf der DGB-Demo und insbesondere auf dem Kundgebungsplatz entfaltete sich - wie schon im Vorjahr - eine Auseinandersetzung um die Grundlage der Gewerkschaftseinheit: der erneute Versuch von Seiten einiger Gewerkschafts-Spitzenfunktionäre, den Infostand der MLPD sowie weiterer linker Organisationen komplett vom Kundgebungsgelände zu verbannen und damit den Antikommunismus als Grundlage der Gewerkschaftsarbeit einzuführen, scheiterte am entschiedenen Protest vieler Gewerkschafter.

Nachdem DGB-Ordner mit Polizei-Hilfe den Infostand abräumen lassen wollten, organisierten MLPD und andere Gewerkschafter unmittelbar vor Ort sofort ein offenes Protest-Mikrofon, um das sich in kurzer Zeit an die 200 Zuhörer scharten. Rund ein Dutzend engagierte Redebeiträge von Kolleginnen und Kollegen verlangten die gleichberechtigte Teilnahmemöglichkeit der Marxisten-Leninisten genauso wie aller anderen politischen Kräfte in der Gewerkschaftsbewegung. Sie kritisierten die spaltende Wirkung solcher Ausgrenzungsversuche, wo doch die Einheit gerade auch gegen die Faschisten eine Lehre aus der Geschichte ist. Ergebnis: Der Stand konnte stehen bleiben! Den ganzen Nachmittag über war die Frage auch Thema an den verschiedenen Gewerkschaftsständen.

Mit einem vielfältigen internationalen Kulturprogramm feierten MLPD,  AGIF, BIR-KAR sowie der Jugendverband REBELL und seine Kinderorganisation ROTFÜCHSE am Vorabend des 1. Mai in Berlin.  Gabriele Wallenstein sprach für die Landesleitung der MLPD Nord-Ost. In ihrer Rede hieß es: "Während der Kapitalismus nur noch in einer allgemeinen Krisenhaftigkeit existiert, sind zugleich die Möglichkeiten für den Aufbau des Sozialismus noch nie so entwickelt gewesen, die Welt braucht eine revolutionäre Veränderung." Am Ende wurde in mehreren Sprachen die "Internationale" gesungen.