Politik

Kriegsgegner schuld an Kriegstraumata?

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 30.04.10: Die Zahl der Bundeswehrsoldaten, die traumatisiert aus dem Afghanistankrieg zurück kommen, steigt und steigt. 2007 waren es 145 Fälle, 2009 schon 466 junge Menschen, die mit ihren Erlebnissen in diesem Krieg nicht fertig werden. Das berichtet Peter Zimmermann, leitender Psychiater am Bundeswehrkrankenhaus in Berlin. Es werden noch viel mehr werden, weil mehr Soldaten sehen werden, „wie ein Kamerad stirbt.“ 

Jetzt könnte man ja meinen, das beste wäre, wir ersparen ihnen solche traumatischen Erlebnisse (und der Masse der Bevölkerung in Afghanistan!), indem sofort alle Soldaten aus Afghanistan abgezogen werden. 70 Prozent der Menschen in Deutschland sind schließlich gegen diesen Krieg. Der Herr Psychiater macht aber gerade hier die wahren Schuldigen aus: Die „mangelnde Akzeptanz von Militäreinsätzen im eigenen Land“ sei ein wichtiger Faktor für die psychischen Erkrankungen. „Je mehr eine Gesellschaft hinter ihren Soldaten steht, desto besser wird es ihnen gehen - auch psychisch. Viele junge Leute gehen aus Idealismus dort runter und wollen etwas für ihr Land tun. Das sollte man wertschätzen - egal, ob dieser Krieg richtig ist oder nicht.“ 

Im Gegenteil: Wer die Jugend, Leben und Gesundheit der Soldaten und der Bevölkerung Afghanistans wertschätzt, der muss gegen die Kriegstreiber Stellung beziehen!