Betrieb und Gewerkschaft

Herford: Mutiger Kampf von Kollegen im Betonwerk Westerwelle

Herford (Korrespondenz), 04.05.10 - Seit fast drei Wochen streiken die Beschäftigten des Betonwerks Westerwelle GmbH + Co. KG in Herford um die Gründung eines Betriebsrates und um einen Haustarifvertrag.

Sie fordern mehr Lohn - viele verdienen weniger als neun Euro - und einen Betriebsrat. Fünf Betriebsratskandidaten waren bereits fristlos gekündigt worden, verbunden mit Hausverbot. Die Firma besteht nur aus ca. 50 Beschäftigten und ist in Herford und Umgebung zu einem Gesprächsthema Nummer eins geworden. Wie „eine Hand voll“ Kollegen es so eisern und mit absolutem Willen schaffen kann, sich mit allen Konsequenzen gegen solche Ausbeutungsmethoden zu stellen und um ihr Recht zu kämpfen! Viele Bürger aus Herford und Umgebung ziehen den Hut, Schulklassen unserer Berufkollegs kommen ans Werkstor, bezeugen Solidarität, überall, ob im Straßencafé, im Bus zur Arbeit oder auf der FH in Bielefeld gibt es positive Resonanz und Beifall. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen die Chefs der W. Westerwelle GmbH + Co. KG., wegen "Behinderung der Betriebsratswahl" hat die Industriegewerkschaft (IG) Bau Strafanzeige gegen die Geschäftsleitung des Betonwerks gestellt. Und es gibt einen ersten Erfolg: die gekündigten Betriebsratskandidaten setzten vor Gericht durch, dass sie das Firmengelände betreten konnten - und am Freitag konnte der Betriebsrat gewählt werden!

Wir von der Ortsaufbaugruppe der MLPD Herford wünschen den Kollegen noch ganz viel Mut und Kraft, haltet durch und kämpft um euer Recht. Wir werden euch solidarisch unterstützen und hoffen auf eine fruchtbare Zusammenarbeit.