Umwelt

BP offenbar unfähig, Ölkatastrophe wenigstens zu begrenzen

16.05.10 - Seit am 20. April die Ölplattform "Deepwater Horizon" des BP-Konzern explodierte und zwei Tage später versank, sind alle Versuche, das ausströmende Öl zu stoppen, gescheitert. Offenbar ist der BP-Konzern in keiner Weise auf eine solche Katastrophe vorbereitet und hat nichts in der Hand, was schon mal erfolgreich erprobt worden ist, um wenigstens weiteren Schaden zu verhindern. Dabei wird bei den Off-Shore-Bohrungen mit modernster Technologie gearbeitet.

Es wächst auch Kritik an BP, dass der Konzern keineswegs alle maßgeblichen Experten zusammenholt, sondern zwecks Vertuschung billigend in Kauf nimmt, dass weiterhin Natur und zehntausende Existenzen vernichtet werden. Der Meeresbiologe Rick Steiner beurteilt die Rettungsversuche als dilettantisch: "Das ist, als würde man den Feuerwehrwagen erst bauen, wenn das Haus bereits in Flammen steht." Demonstranten verlangten am Freitag, dass die US-Regierung das Vermögen des Ölkonzerns BP beschlagnahmt und für die Rettungsmaßnahmen einsetzt.

Die Ölpest breitet sich rasant im Golf von Mexiko aus und entwickelt sich zu einer der größten regionalen Umweltkatastrophen. Ganz offenbar hat BP bisher das wahre Ausmaß der Katastrophe zu vertuschen versucht. Angeblich könne man die austretende Ölmenge nicht messen. Dies ist eine Lüge. Der amerikanische Wissenschaftler Steve Werely machte bekannt, dass dies sehr wohl geht; die Methode ist seit 15 Jahren bekannt. Mit hoher Genauigkeit kann durch Messung der Geschwindigkeit fließender Partikel die tatsächliche Menge des austretenden Rohöls bestimmt werden.

Steve Wereley und weitere Forscher haben mit dieser Methode Videoaufzeichnungen ausgewertet, die BP veröffentlicht hat. Demnach, und dies sagen inzwischen eine ganze Reihe von Wissenschaftlern, ist die tatsächlich austretende Ölmenge 12-mal höher als BP und die US-Küstenwache bisher behauptet haben. Demnach strömen pro Tag zwischen 8,9 Millionen und 13,3 Millionen Liter Öl (56.000 bzw. 84.000 barrels) aus. Das heißt: alle vier Tage fließt so viel Öl ins Meer wie vor 21 Jahren aus dem Tanker Exxon Valdez.

Noch heute verschmutzt ein Teil seiner Ladung die Küsten Alaskas, weil die ölabbauenden Mikroorganismen in den nördlichen Breitengraden nicht so arbeiten wie "geplant". Obwohl das bekannt ist, sind die Vorbereitungen für Ölbohrungen im hohen Norden schon in vollem Gange. Schließlich warten in den arktischen Rohstoffvorkommen Milliardenprofite auf die Öl- und Gaskonzerne.

Zigtausende von Freiwilligen, die sich für Einsätze gegen die Ölpest gemeldet haben, werden offenbar abgewiesen bzw. von BP nicht effektiv eingesetzt. Das Geschehen wird von BP, der US-Küstenwache und der Aufsichtsbehörde "Minerals Management Service" (MMS) kontrolliert. Diese hat nach dem Unglück mehr als 20 Ausnahmegenehmigungen erteilt, die die Ölförderer im Golf von Umweltkontrollen an ihren Plattformen befreien. Außer ExxonMobil und Chevron hat auch BP in den vergangenen Tagen eine solche Ausnahmegenehmigung erhalten.

  • Keine weiteren Ölbohrungen, bevor das Leck geschlossen ist!
  • Strenge Bestrafung der Umweltverbrecher!
  • Volle Entschädigung aller Opfer!
  • Rettet die Umwelt vor der Profitgier der Monopole!

 

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