Betrieb und Gewerkschaft

Proteststreik bei Kühler-Behr in Stuttgart: "Wir bleiben hier!"

Stuttgart (Korrespondenz), 20.05.10: Von 9.00 Uhr an versammelten sich gestern rund 150 Kollegen aus dem Werk 8 vor dem Haupttor zu einer Kundgebung mit Delegationen von Mahle, KBA Metalprint und Bosch. Kurz vor 10.00 Uhr zogen alle zum Verhandlungsraum, um vorher eine klare Zusage für den Erhalt der Arbeitsplätze zu bekommen. Die Geschäftsführung zwängte sich durch die gedrängt stehenden Arbeiter in den Raum.

Kollegen stellten die Geschäftsleitung zur Rede und forderten klare Aussagen, bevor verhandelt wird: Wir wollen keine Transfergesellschaft, sondern weiter bei Behr beschäftigt werden! Wir haben bis vor kurzem an bis zu sieben Tagen gearbeitet über die tariflichen Bestimmungen hinaus und lassen uns jetzt nicht einfach abservieren. Vor ein paar Monaten wurden im Werk 8 Gewinne gemacht, jetzt sind es angeblich schon lange Verluste. Die Schließung ist eine politische Entscheidung. Es gibt keine Kündigungen Ende Juni - Ja oder Nein? Vorher gehen wir hier nicht raus!

Die Geschäftsleitung wand sich in den Formulierungen. Sie hätte ein Angebot, wie Kündigungen vermieden werden können, das sie verhandeln möchte: Drei Jahre Transfergesellschaft, Arbeitsplätze würden in den anderen Werken angeboten, jedoch nicht in Feuerbach. Auf Nachfragen nahm sie die angedrohten Kündigungen zurück.

Der Vertreter der IG Metall hatte schon zuvor für Unmut bei den Kollegen gesorgt. Er meinte: Eine Illusion müssen wir begraben, gegen die Schließung des Werkes 8 können wir nichts machen. Wir haben das Ziel, so viel wie möglich Kollegen beim Behr an anderer Stelle unterzubekommen.

Mit den Spaltungsmanövern durch Abfindungen und Hinhaltetaktik muss die Belegschaft noch besser fertig werden. Eine wichtige Auseinandersetzung geht darum, wie man einen unbefristeten selbständigen Streik erfolgreich organisieren kann: mit einer selbständigen gewählten Streikleitung, einem Kampfprogramm und einer Streikorganisation entsprechend der Produktion usw.

Ein Solidaritätskreis von Mahle- und Behr-Kollegen hat sich gebildet. Mahle und Behr wollen sich als Firmen demnächst zusammen schließen, die Belegschaften tun dies heute schon im Kampf um die Arbeitsplätze gegen Verlagerungen und Schließungen.