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Solidaritätsdelegation von TRW aus Frankreich zu Besuch

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 17.05.10: Es bedarf Mut, sich für Kollegen im weiten Frankreich einzusetzen, wenn daheim Repressalien drohen. So geschehen hier in Gelsenkirchen, beim Schalker Standort des Autozulieferers TRW. Im französischen Ramonchamp wurde im vergangenen Juni der 403 starken TRW- Belegschaft angekündigt, 136 Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit zu schicken.

Da schon ein Teil der Firma im Jahr 2005 in die Tschechische Republik ausgelagert worden war, was 60 Stellen kostete, und man seit längerem von Kurzarbeit betroffen war, brachte die Ankündigung der zusätzlichen Belegschaftsdezimierung das Fass zum überlaufen.

Am 26. April traten die französischen Kollegen in den Streik. Die Folge war, dass der Betriebsablauf in drei Montagefabriken von Renault und Peugeot erheblich gestört war. Den Ausfall an Lenkungen und Spurstangen wollte die Konzernleitung  an den Standorten Gelsenkirchen und Krefeld wieder wettmachen. Während in Krefeld Vorarbeiten dazu ausgeführt wurden, hat der vor kurzem neu gewählte Betriebsrat Streikbrecherarbeiten im Werk Gelsenkirchen abgelehnt.

Am 4. Mai wurde der Streik beendet. Es konnten wesentliche Teile der Forderungen der Kollegen in Frankreich durchgesetzt werden wie  weitere Reduzierung des Stellenabbau um fünf Arbeitsplätze, höhere Abfindungen und Bezahlung der Streiktage.

Eine Delegation von neun Kollegen der Gewerkschaft CGT reiste nach dem Streik extra 500 Kilometer nach Gelsenkirchen, um sich zu bedanken. Die Werksleitung Gelsenkirchen monierte die "anarchistischen Zustände" in Frankreich und verweigerte den Zutritt zum Werksgelände. Mit Unterstützung der IG-Metall-Ortsverwaltung wurde das Dankschreiben der Französichen Arbeiter übersetzt und verteilt. 

Darin heißt es: "TRW wollte den Streik brechen und auf Euch zurückgreifen. Ihr habt wunderbar reagiert, weil ihr solidarisch ward und das nicht zugelassen habt. EURE GENOSSEN, DIE BESCHÄFTIGTEN IN FRANKREICH, DANKEN EUCH DAFÜR. Vielleicht kämpft ihr morgen schon aus denselben Gründen wie wir. Ihr könnt auf die Solidarität der französischen Arbeitnehmer zählen. Die CGT und der Betriebsrat in Ramonchamp halten die Augen offen. Mehr noch: MORGEN WERDEN WAHRSCHEINLICH UNSERE TSCHECHISCHEN GENOSSEN DIEJENIGEN SEIN; DIE FÜR BESSERE LÖHNE KÄMPFEN; SO WIE DIE ARBEITER VON DACIA IN RUMÄNIEN.

WIR ALLE WERDEN IHNEN HELFEN; JE FRÜHER DESTO BESSER; DENN UNSER KAMPF FÜR DEN ERHALT VON ARBEITSPLÄTZEN UND IHR KAMPF FÜR BESSERE ARBEITSBEDINGUNGEN SIND EINS."