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Foxconn: Serie von Selbsttötungen reißt nicht ab

28.05.10 - Bei Foxconn (Hon Hai), dem weltgrößten Auftragshersteller für Elektronik, reißt die Serie von Selbsttötungen nicht ab. Ein junger Mann war vorgestern in diesem Jahr bereits das zehnte Opfer in dem Konzern, der als ein abhängiger Hersteller für Apple, Dell, Hewlett-Packard, Sony und andere ist.

Die jungen familienlosen Arbeiter stürzen sich von den Hochhäusern der Foxconn-Gebäude in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzen in den Tod. 300.000 Menschen arbeiten dort, 800.000 sind weltweit beim Konzern beschäftigt. Eine 21-jährige Fabrikarbeiterin sagte der in Hongkong erscheinenden "South China Morning Post", dass sie gezwungen wird, eine Sechs-Tage-Woche mit 12-Stunden-Schichten zu fahren. Während der Schicht herrsche Redeverbot.

Die Vorarbeiter sprechen bei einem Verstoß öffentliche Rügen aus. Die Konzernführung zwang alle Arbeiter noch bis Mittwoch, Erklärungen zu unterschreiben, nach denen sie zusichern mussten, sich nicht selbst zu töten. Darin steht auch, dass den Familien im Todesfall keine finanzielle Entschädigung zustehe.

Auf öffentlichen Druck hin wurde diese zynische Praxis nun beendet. Foxconn-Konzernchef Terry Gou ist mit 6 Milliarden US-Dollar der drittreichste Mann Taiwans. Er wagte sich nur mit sechs Leibwächtern zu einer Presseshow in seine Fabriken in Shenzhen.