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Millionen auf den Straßen Argentiniens feiern 200 Jahre "Mairevolution"

Millionen auf den Straßen Argentiniens feiern 200 Jahre "Mairevolution"

Buenos Aires (Korrespondenz), 26.05.10: Millionen feierten vom 23. bis 25. Mai den 200. Jahrestag der "Mairevolution". Am 25. Mai 1810 wurde erstmals eine Regierung der nationalen Unabhängigkeit gebildet - in ganz Lateinamerika brach das spanische Kolonialreich unter dem bewaffneten nationalen und kontinentalen Befreiungskampf zusammen. Anlässlich des 200. Jahrestages fanden in Buenos Aires riesige Feierlichkeiten statt, mit politischen Massenveranstaltungen, Konzerten bekannter Künstlerinnen und Künstler und dem Höhepunkt eines gigantischen Umzuges am Abend des 25. Mai. Diese "Parade" brachte 19 Stationen der Geschichte Argentiniens - die Ureinwohner, die Einwanderer, der Tango, die Industrialisierung, die Diktatur, die Mütter von der Plaza de Mayo ... - zum Teil äußerst lebendig und phantasievoll zum Ausdruck.

Millionen (die Nachrichten sprechen von bis zu zwei Millionen) nahmen allein in Buenos Aires an diesen Aktivitäten teil. Am Abend und in der Nacht des 25. Mai war über eine Million auf den Straßen. Die Menschen feierten und applaudierten dem Umzug - und wir waren mittendrin. Die Masse der Menschen feierte stolz mit einem lebendigen Selbstbewusstsein auf 200 Jahre Einsatz gegen die Abhängigkeit und Diktatur, genoss aber auch das Volksfest in vollen Zügen.

Die Regierung Christina Kirchner versuchte die Aktivitäten vor dem Hintergrund einer deutlich zurückgegangenen Zustimmung bei Umfragen und zunehmenden Massenkämpfen gegen ihre Regierungspolitik zu nützen, um ihr "linkes" Image aufzupolieren und sich als Verteidigerin der nationalen Interessen des argentinischen Volkes darzustellen. Die politische Krise wurde aber deutlich, wenn bei den verschiedenen offiziellen Anlässen jeweils nur ein Teil der politischen Würdenträger teilnahm und andere sie boykottierten!

Eine breite Aktionseinheit revolutionärer, klassenkämpferischer und antiimperialistischer Kräfte, an der auch die Revolutionäre Kommunistische Partei (PCR) Argentiniens und die CCC beteiligt waren, setzte mit einem zweitägigen Programm einen aufsehenerregenden Kontrapunkt. Kulturveranstaltungen, Gesprächsrunden unter offenem Himmel und ein Rockkonzert des Jugendverbandes lockten Tausende von Menschen an. Höhepunkt war eine gemeinsame Kundgebung von über 20 Parteien, Organisationen und Initiativen am 25. Mai unter der Hauptlosung: "Nein zur Zahlung der Auslandsschulden! Ja dazu, dass das Geld des Volkes an das Volk zurückgegeben wird! Raus mit dem Imperialismus! Für nationale Unabhängigkeit und die Souveränität der Malwinen!"

In den Reden wurde die Heuchelei der Regierung Christina Kirchner entlarvt, die von "Gleichheit" und "nationaler Unabhängigkeit" spricht, während tatsächlich die Auslandsschulden, obwohl sie bereits dreimal zurückgezahlt wurden, inzwischen bei rund 180 Millarden Dollar liegen - herausgepresst aus den Arbeitern und Bauern, deren absolute Armut täglich zunimmt, mit der Folge dass in dem mit natürlichen Reichtümern gesegneten Argentinien acht Kinder am Tag an Hunger sterben.

Antonio Sofia, der Redner der PCR Argentinien würdigte die Bedeutung der nationalen Revolution vor 200 Jahren. Sie sei jedoch eine unvollendete Revolution geblieben, weshalb es nötig sei, diese zu vollenden mit einer neuen antiimperialistischen, demokratischen und Agrarrevolution auf dem ununterbrochenen Weg zum Sozialismus. Eine Delegation der MLPD mit Monika Gärtner-Engel, der stellvertretenden Parteivorsitzenden, überbrachte revolutionäre Grüße. Ein gigantisches Feuerwerk, das wir auf der Plaza de Mayo erlebten, war ein begeisternder Abschluss dieses Tages.

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