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Streik in der Chemiefabrik Clariant

Streik in der Chemiefabrik Clariant
Französische und Schweizer Arbeiter im gemeinsamen Kampf gegen die Arbeitsplatzvernichtung

Basel (Korrespondenz), 02.06.10: Die Firma Clariant, mit Hauptsitz in Muttenz bei Basel (Schweiz), hatte im Februar den Abbau von mehreren hundert Arbeitsplätzen in Frankreich und der Schweiz angekündigt. Schon Anfang März demonstrierten die Kollegen in Muttenz mit Unterstützung aus Frankreich und der BRD gegen die Entlassungen bei Clariant.

Als die französischen Kollegen im Werk in Huningue, keine 500 Meter nach der Schweizer Grenze, zum wiederholten Mal gegen die Schließung ihres Werkes in Streik traten, erhielten auch sie Unterstützung aus der Schweiz: Ein Bus voller Teilnehmer an einem Industrie-Aktionstag der Gewerkschaft UNIA aus Basel machte einen Besuch bei den Streikenden.

Als wir mit den Claraint-Kollegen aus Muttenz an der Spitze ankamen, wurden wir mit großem Beifall empfangen. Das Fabriktor war blockiert. Vor dem Tor erinnerten Kreuze daran, dass 262 Arbeitsplätze vernichtet werden sollen. Überall handgemalte Plakate: "Kottmann, (Chef der Clariant) wir warten auf Dich!“ "Ihr Herren von der Direktion! Der Kampf beginnt jetzt erst!“ Die Kollegen erzählten, dass sie am Morgen den Grenzübergang blockiert hatten und 3.500 Unterschriften unter den Grenzgängern gesammelt hatten. Aber sie waren auch skeptisch, was sie mit ihrem Streik erreichen würden. 

Am Abend staute sich der Verkehr schon zehn Kilometer vor Basel: Die Kollegen sammelten wieder Unterschriften und hatten dazu den Grenzübergang blockiert. Am Abend wurde auch das Ergebnis der Verhandlungen bekannt: Clariant war bereit, den bestehenden Sozialplan um zwei Jahre zu verlängern. Ob sich die Kollegen damit zufrieden geben, wird sich zeigen. Notwendig wäre der gemeinsame Kampf um jeden Arbeitsplatz in den betroffenen Werken. Und daran arbeiten auch die Kollegen in Muttenz.