Politik

Nürnberg: Große Demo gegen faschistischen Überfall

Nürnberg (Korrespondenz), 01.06.10: Mehr als 2.000 Menschen, vor allem Jugendliche, gingen am 29. Mai gegen den Überfall eines bekannten Neonazis vom sogenannten "Freien Netz Süd" auf einen antifaschistischen 17-jährigen Jugendlichen auf die Straße. Der deutsch-kurdische Jugendliche war am 20. April auf brutale Art und Weise zusammengeschlagen worden. Er erlitt einen Herzstillstand und musste bereits sieben Mal operiert werden.

Bereits am 1. Mai wurde gegen den Überfall und die Versuche der Polizei, den faschistischen Hintergrund zu vertuschen, protestiert. Es gründete sich ein breites Bündnis antifaschistischer Kräfte und organisierte am 8. Mai eine erste Demonstration mit 1.500 Teilnehmern. Allen beteiligten Kräften war klar, dass der faschistische Totschlagsversuch eine massive Antwort herausfordert. Dies brachten die Teilnehmer der Demonstration am 29. Mai deutlich zum Ausdruck. 

In den Reden wurden die Versuche der Polizeiführung, das ganze als einen "Links-Rechts-Konflikt" darzustellen, angegriffen. In die Kritik gerieten auch örtliche Kommunalpolitiker, die die Gefahr durch die Neonaziszene immer noch herunterspielen wollen. Insbesondere in Fürth hatte es im letzten Jahr viele Angriffe von Neonazis gegeben.

Der Neonazi Peter R., der den Jugendlichen fast tot schlug, ist mehrfach vorbestraft und beteiligte sich auch an der faschistischen Provokation gegen die Montagsdemo in Nürnberg zwei Tage zuvor. Zum zweiten Mal hatten da die Nazis versucht, die Besucher der Montagsdemo einzuschüchtern und zu fotografieren. Sie organisieren sich aus Kreisen der früheren "Anti-Antifa" und der verbotenen "Frankenaktionsfront" sowie ehemaligen NPD-lern.