International

China: Streiks weiten sich aus

12.06.10 - In China dehnt sich nach Berichten der in Hongkong erscheinenden „South China Morning Post“ eine Streikwelle aus in Betrieben und Zulieferern der internationalen Übermonopole.

Am Donnerstag lehnte die Belegschaft von Honda Lock in Zhongshan ein Angebot für eine Lohnerhöhung von 100 Yuan (etwas über 12 Euro) ab und setzte ihren Streik fort. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hatte am Abend verbreitet, die Honda-Arbeiter hätten das Angebot angenommen und den Streik beendet, aber nach Angaben aus der Belegschaft stimmt das nicht. Die Kollegen fordern eine Lohnerhöhung, die sich an der bei Honda in Foshan letzte Woche angebotenen orientiert: von 939 auf 1.600 Yuan monatlich. Auch bei zwei Honda-Werken in Guangdong wurde gestern weiter gestreikt. Gleichzeitig gibt es neue Streiks in der Gegend von Shanghai in verschiedenen Werken der Computerindustrie, u.a. in einem Betrieb mit 2.000 Beschäftigten, der mit Foxconn liiert ist, weiter bei Sportartikel-Herstellern. Streiks gab es Anfang Juni auch bei zwei Sämaschinen-Werken des japanischen Monopols Brother wegen Löhnen und Arbeitsbedingungen.
Es gibt verschiedene Berichte über gewaltsame Zusammenstöße zwischen Arbeitern und Security-Leuten in den Fabriken. So berichteten Arbeiter von Honda Lock in Guangdong, dass Polizei das Werk umstellt hatte und sie daran gehindert hat, während der Arbeitszeit das Werk zu verlassen.