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Das war "Ayoba Südafrika"

13.06.10 - Das war "Ayoba Südafrika - großartig, Südafrika". So empfanden viele Südafrikaner den Auftakt der ersten Fußballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden, die mit einem 1:1 gegen die überlegene Auswahl aus Mexiko eröffnet worden war. Siphiwe Tshabalala schoss den Treffer für das Gastgeberland. Nach dem Ausgleich durch Mexiko schaffte Katlego Mphela in der Schlussminute im dröhnenden Klang der Vuvuzelas mit einem Pfostenschuss sogar fast den Sieg für die "Bafana, Bafana", ein Zulu-Ausdruck für "Die Jungs". Viele Menschen aus dem ganzen afrikanischen Kontinent sind mit vollem Herzen bei diesem Ereignis, dem sie seit Jahren entgegenfiebern.

Verbreitet ist natürlich die Hoffnung, dass sich die Mannschaften aus den afrikanischen Ländern gut schlagen werden - auch als Zeichen der Würde und der Kraft der über eine Milliarde Menschen auf diesem von dem Imperialisten so brutal ausgeplünderten Kontinent. Mit der Weltmeisterschaft in Südafrika untrennbar verbunden ist die Erinnerung an das Apartheidsregime und der Stolz, dieses Regime niedergekämpft zu haben. Gerade Soweto, an dessen Rand das riesige Soccer-City-Stadion gebaut wurde, war eines der wichtigsten Zentren im Kampf gegen die Apartheid.

Shobane von der Communist Party of South Africa (Marxist-Leninist) sagte zu rf-news zum Spiel der Mannschaft aus Südafrika: "Das war ein wundervolles Spiel und ein großartiger Anfang der Weltmeisterschaft. Die Spieler haben ihr Bestes gegeben. In Johannesburg und überall im Land war praktisch jeder auf der Straße. Alle Firmen und Fabriken waren seit circa 14:00 Uhr geschlossen." Durch das Sportereignis und die Touristen komme eine Menge ausländisches Geld in das Land. Die Landeswährung Rand würde stärker, sagte Shobane.
Doch die Menschen in den Townships seien besorgt, weil ihr Leben nicht besser werde, meint er. Die WM habe zwar eine Menge neuer Arbeitsplätze gebracht, aber nur kurzzeitig, und in den Jahren zuvor waren fast genauso viele Jobs verloren gegangen. Shobane: "Mit der Fußballbegeisterung mischt sich auch eine antiimperialistische Stimmung unter den Menschen. Viele hoffen, dass Südafrika selbst den Cup holt, und ich meine, sie haben eine reale Chance nach ihrer letzten starken Leistungsserie. Ich freue mich schon auf das nächste Spiel." Unverständlich, dass bisher die Kamera-Regie nur ganz wenige Bilder von den Zuschauer-Rängen überträgt und statt dessen auf endlose Wiederholungen von Tor-Szenen setzt.

Bisher enttäuschten Mannschaften aus Europa wie Frankreich, Griechenland und England. Dagegen blitzte wenigstens in der Anfangsphase bei der Mannschaft Argentiniens großartige Fußballkunst auf. Mit Spannung erwartet wird jetzt das erste Spiel der deutschen Elf, heute abend gegen Australien. Viel Spaß!