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Geheimgehaltener Atomwaffen-Deal mit Israel enthüllt

09.06.10 - Erst nach über 30 Jahren ist ein unerhörter Deal der damaligen israelischen Regierung mit dem rassistischen Apartheidsregime in Südafrika ans Tageslicht gekommen. Darüber berichtet jetzt die britische Zeitung "Guardian". Sie stützt sich auf brisante Dokumente des US-Historikers Sasha Polakow-Suransky.

Dieser bekam die Schriftsätze von der Regierung Südafrikas im Rahmen einer Buchrecherche. Die Dokumente belegen offenbar, dass Israel Südafrika vor rund 35 Jahren vollständige Atomwaffen zum Kauf angeboten hat. Sie enthalten streng geheime Gesprächsprotokolle von Treffen zwischen ranghohen Repräsentanten Israels und des damaligen Apartheid-Regimes im Jahre 1975.

Das Blatt schrieb, der Handel zwischen den beiden Staaten sei letztlich aus Kostengründen gescheitert. Peres und Botha hätten jedoch ein umfassendes Abkommen über Militärverbindungen unterschrieben, das unter allen Umständen geheim bleiben sollte. Südafrika konnte schließlich seine eigenen Atomwaffen bauen - vermutlich auch dank israelischer Hilfe. Im Gegenzug soll das Apartheid-Regime Israel mit dringend benötigtem Uran versorgt haben. 1989 hat Südafrika seine sechs vollständigen Atombomben vernichtet und ist 1991 dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten.

Das israelische Militär hat die Atombewaffnung immer geleugnet. Während die ehemaligen Großmächte USA und Sowjetunion im Zusammenspiel mit reaktionären arabischen Regierungen über Jahrzehnte ein "Nahost-Friedensabkommen" nach dem anderen starteten, konnte sich Israel hinter diesem Friedensvorhang zur aggressivsten Militärmacht in Nahost und einer der größten Atommächte der Welt entwickeln.