International

Protest gegen Standortsschließungen vor der Bosch-Konzernzentrale

Protest gegen Standortsschließungen vor der Bosch-Konzernzentrale

Reutlingen (Korrespondenz), 10.06.10: Nach 700 Kilometern Protestfahrt mit dem Fahrrad von Venissieux (Südfrankreich) bis zur Schillerhöhe bei Stuttgart protestierten am 4. Juni nicht nur die 12 Boschler aus Venissieux, sondern auch Boschler aus anderen Werken gegen Standortschließungen und Arbeitsplatzvernichtung.

2011 will Bosch den Standort Venissieux mit über 600 Beschäftigten schließen. Bisher werden dort Teile für Dieseleinspritzpumpen gefertigt. Bosch will die Produktion als Teil seiner Pläne zur Neustrukturierung konzentrieren und nach Tschechien, Türkei und Asien verlagern. Bosch hat in den letzten zwei Jahren bereits 18 Standorte in Europa geschlossen.

Vage Versprechungen eines Bosch-Managers an die "Protestradler", Bosch werde an einem "tragfähigen Konzept" arbeiten, um "möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten", kommentierte einer von ihnen: "Die Zukunft bleibt also ungewiss." Da war es ermutigend, dass Protestteilnehmer direkt vor der Konzernzentrale das "Solidaritätslied" und das "Einheitsfrontlied" gesungen haben, in dem eine Zeile lautet: "Es kann die Befreiung der Arbeiter nur das Werk der Arbeiter sein ..."

Bei der Kundgebung vor dem Tor sprach ein Kollege für den Internationalen Automobilarbeiterratschlag und dass länderübergreifende Solidaritätsaktionen gegen die Konzernpläne notwendig sind. Dafür können eine symbolische Aktion wie die Rad-Protestfahrt und Delegationen aus Betrieben nur ein Auftakt sein. Es ist notwendig, in den Betrieben richtig zu mobilisieren und dabei die Gewerkschaft als Kampforganisation zu entwickeln.