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Bildungsproteste: "Nichts wird sich verändern, wenn der Druck auf die Herrschenden nicht zunimmt!"

Bildungsproteste: "Nichts wird sich verändern, wenn der Druck auf die Herrschenden nicht zunimmt!"
Protest in Freiburg (weitere Bilder aus Dortmund, Freiburg und Stuttgart)

09.06.10 - Selbstbewusst und entschlossen verzeichneten die Bildungsproteste am heutigen Mittwoch einen vorläufigen Höhepunkt. Bis 14.00 Uhr wurden uns an die 40.000 Jugendliche auf der Straße aus 22 Städten der Bundesrepublik gemeldet. Wie im vergangenen Jahr hatte das Bündnis "Bildungsstreik" dazu aufgerufen. Die größten Demonstrationen waren mit 5.000 Beteiligten in Stuttgart und Freiburg. Sie gingen durch belebte Straßen und durch Innenstädte. Mit Begeisterung wurden Kampfformen wie Blockaden und Straßenbesetzungen durchgeführt.

In Bochum und Solingen führten die Züge mit Parolen wie "Lasst die Schüler frei" an Schulen vorbei. Im Zentrum ihrer Proteste stand die Forderung "Für eine kostenlose Bildung von der KITA bis zur Hochschule". Es waren überwiegend die jüngeren im Alter von zehn Jahren an aufwärts, welche mit großem Schwung und Ernst die Masse der Teilnehmer bestimmten. Viele Organisatoren hatten noch wenig Erfahrung und dafür muss man ihnen alle Achtung zollen.

Bidungsprotest DortmundNach den Bildungsprotesten im vergangenen Jahr hatten die Regierungsparteien den großen Stellenwert der Bildung betont und sich solidarisch mit den Demonstranten erklärt. Das war ja auch vor der Wahl. Keine der wesentlichen Forderungen wurde erfüllt. Die Verkürzung der Schulzeit (G8) ist geblieben, es müssen in zahlreichen Universitäten Studiengebühren bezahlt werden und an dem auf frühe soziale Auslese orientierende dreigliedrigen Schulsystem wurde nichts geändert.

Gegenüber letztem Jahr war wohl die Beteiligung geringer. Aber die diesjährigen Demonstranten waren von einer großen Entschlossenheit geprägt, für ihre Ziele einzutreten und zu kämpfen. Sie verfolgten die Orientierung, sich stärker als bisher mit den Arbeitern zu verbinden. "Wir wünschen uns, dass die Arbeiter in Zukunft viel stärker mit uns zusammengehen, als das bislang der Fall ist", so Jörg Rostek von Bildungsstreik und in Tübingen erklärte sich Tobias Kaphegiy vom DGB vor über 1.000 Teilnehmern mit den Forderungen der Bildungsproteste solidarisch. Der Gedanke, welch große Kraft entstehen kann, wenn die Jugend an der Seite der Arbeiter gemeinsam kämpft, übt große Anziehungskraft aus. 

Bildungsprotest FreiburgIn zahlreichen Städten hatten sich der REBELL und MLPD an den Demonstrationen beteiligt. Wenn die Diskussion auf den Sozialismus zu sprechen kam, herrschte große Aufgeschlossenheit, aber auch Unwissenheit. Die Frage, wie das alles weiter gehen kann, beschäftigte die Jugendlichen sehr, und die Auseinandersetzung über den Sozialismus fällt zusammen mit einer  gewachsenen Ablehnung der kapitalistischen Verhältnisse. Die Zeitung von MLPD und REBELL für die Hochschulen, "Galileo", wurde wie in Dortmund den Verteilern förmlich aus den Händen gerissen. Vor allem die REBELL-Aufkleber waren sehr beliebt und wie in Essen auf Jacken und Taschen geklebt.

Bildungsprotest StuttgartDie Rebellion der Jugend reiht sich ein in den Stimmungsumschwung unter den Massen, der sich in vielfachen Protesten und Kritik an der Regierungspolitik, der Kommunalpolitik und der Erpressung der Unternehmer gegenüber den Beschäftigten äußert. So werden sich die Kämpfe von Jung und Alt gegenseitig beleben.

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