International

Afghanistans Bodenschätze steigern imperialistische Begehrlichkeiten

15.06.2010: Auf Grund von Kartenmaterial der ehemaligen sozialimperialistischen Sowjetunion, die Afghanistan von 1979 bis 1989 besetzt hatte, stellten Vertreter des US-Kriegsministeriums Pentagon jetzt öffentlich fest, dass in Afghanistan riesige Bodenschätze im Wert von ca. 820 Milliarden Euro lagern. Die Karten seien im Jahr 2001, nach dem Sturz der Taliban, von afghanischen Geologen wieder herausgeholt worden, die sie nach dem Rückzug der sowjetischen Armee an sich genommen hätten. Seit dem Jahr 2006 haben US-Geologen mit Spezialflugzeugen die Vorkommen erkundet, US-Bergbauunternehmen haben sie seither näher erforscht.

Die Vorkommen von Lithium, Eisen, Kupfer, Kobalt und Gold seien so riesig, dass das Land zu einem der weltgrößten Bergbauzentren werden könnte, berichtete die „New York Times“ am Montag. Was die Zeitung nicht erwähnte ist, dass die Ausbeutung dieser Rohstoffe durch die Imperialisten erfolgen wird und die Profite in die Kassen der Internationalen Monopole fließen sollen. Eine Verschärfung des imperialistischen Gerangels um Beherrschung dieser Rohstoffvorkommen zeichnet sich ab. Einer US-Studie zufolge könnte Afghanistan für Lithium den Stellenwert erhalten, den Saudi-Arabien für Öl hat. Lithium ist der Kernrohstoff für die Produktion von Akkus für Laptops oder Handys und gewinnt angesichts der Strukturkrise in der Automobilindustrie durch Umstellung auf Elektroantriebe für den Kampf um die Weltmarkt beherrschende Position große Bedeutung.

Die Rohstoffvorkommen sind über das ganze Land verteilt mit einer Konzentration im Süden und Osten an der Grenze zu Pakistan, wo der Widerstand der Aufständischen stark ausgeprägt und die US-Armee besonders aktiv ist. Der imperialistische Überfall der USA und ihrer Verbündeten auf das Land erfolgte im Oktober 2001 unter dem Vorwand, die Hintermänner des Anschlags vom 11. September in New York zu treffen. Unter dem vorgeschobenen Grund der "Terrorismus"-Bekämpfung wurde die „ISAF-Schutztruppe“ nach dem Krieg gegen das Taliban-Regime unter Führung der Bundeswehr installiert, um eine dauerhafte militärische Präsenz in dieser strategisch wichtigen Region zwischen den erdölreichen Gebieten des nahen Ostens und des Kaukasus zu installieren. Seitdem wird von den über 100.000 Besatzungssoldaten der NATO ein regelrechter Vernichtungskrieg gegen die Völker Afghanistans mit Bombenangriffen und Artilleriebeschuss gegen Zivilisten geführt.

Der Volkswiderstand gegen die imperialistischen Besatzer nimmt allerdings zu, die Besatzung wird für die Imperialisten immer mehr zum Desaster. US-Präsident Obama bricht sein Wahlversprechen und schickt zusätzlich 30.000 Soldaten nach Afghanistan. Die NATO verkündete angesichts der überwiegenden Ablehnung des Krieges in der Bevölkerung der kriegsführenden Nato-Staaten einen Kampferfolg bis Ende 2010, und musste am Freitag das Scheitern ihrer Aktion zugestehen: „Niemand würde leugnen, dass die Anzeichen für Fortschritte zu diesem Zeitpunkt nur vorläufig sind, dass sie fast anekdotisch sind", sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates am Freitag in Brüssel.
Mehr als 1.800 ausländische Soldaten, davon rund 1100 aus den USA, sind seit dem Überfall auf Afghanistan Ende 2001 gefallen. Nahezu zwei Drittel der Deutschen fordern einen sofortigen Truppenabzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Vergangene Woche wurden erneut zwei Bundeswehrsoldaten im Kampf schwer verletzt. Kriegsminister zu Guttenberg überlegt, seinen Ministerposten hinzuwerfen. Es ist anzunehmen, dass insbesondere die Ablehnung des deutschen Afghanistan-Kriegsabenteuers in der Bevölkerung dabei ausschlaggebend ist.

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