Betrieb und Gewerkschaft

GM verzichtet auf Staatsbürgschaft

17.06.10 - GM hat alle Bürgschaftsanträge bei europäischen Regierungen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro zurückgezogen.

„Unser Restrukturierungsplan wird nicht geändert. Es ist ein guter Plan“, so Opel-Chef Nick Reilly. Die Belegschaften wurden in letzter Zeit zu massiven Zugeständnissen erpresst, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollen gestrichen, die Tariflohnerhöhung verschoben werden. Nach Reillys Aussagen sollen alle Werke in Deutschland erhalten bleiben, an der beschlossenen Streichung von Arbeitsplätzen (8.400 in Europa, 4.000 davon in Deutschland) ändere sich nichts.
Die Opel-Kollegen-Zeitung „Der Blitz“ hatte sich in der Ausgabe vom 15. Juni mit dem Gezerre um die Bürgschaften befasst, nachdem FDP-Wirtschaftsminister Brüderle eine Bürgschaft abgelehnt hatte: „Das ganze Gezerre um die Staatsbürgschaften war nur dazu da, um von uns den Verzicht zu erpressen! ... Schon nehmen Stimmen der Kollegen zu, die niemals mit Ja zum Verzicht gestimmt hätten, wenn sie das und das ganze Ausmaß des Verzichts gekannt hätten... Auch wenn Reilly in seinem neuen Mitarbeiterbrief besänftigt: 'Wir werden unsere Pläne nicht ändern' und im Moment nur scheibchenweise das ganze Ausmaß bekannt wird: Auch GM zieht seine 'betriebswirtschaftlichen' Pläne rücksichtslos durch, ob es Bürgschaften gibt oder nicht. Alle Versprechungen sind nichts wert. Das einzige, was sie daran hindern kann, ist unser Widerstand. Widerstand gegen Lohnkürzungen und gegen Arbeitsplatzvernichtung. Eine gute Alternative!