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Mutiger Filmemacher kritisiert die amerikanische Kriegsführung

17.06.10 - Gestern abend wurde im Kultursaal der Horster Mitte in Gelsenkirchen ein aufrüttelnder Film gezeigt: „Deadly Dust – tödlicher Staub“.

Der bekannte Kölner Journalist Frieder F. Wagner, der selbst anwesend war und sich der Diskussion stellte, hat diesen Film im Jahr 2007 gedreht. Die Bilder von verstümmelten, missgebildeten Kindern im Irak gehen ihm nicht mehr aus dem Kopf. Es sind Opfer der vom US-Imperialismus eingesetzten Uran-Munition und des durch die Explosionen freigewordenen tödlichen Staubs.
Bereits 2003 hatte Wagner zu dem Thema für den WDR einen Film gedreht: „Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“. Sein Film, der den europäischen Filmpreis erhielt, wurde ein Mal im WDR gezeigt, "wurde verschwunden" in den Archiven und Wagner bekam nach 30 Jahren mit vielen Preisen anerkannter Arbeit keine Aufträge mehr bei den Öffentlich-Rechtlichen. Und er ist nicht der einzige kritische Journalist, dem es so ging.
Doch Wagner verfolgte sein Projekt, mit „Deadly Dust“ erneut über die Folgen der verbrecherischen Kriegsführung zu berichten, mit großer Entschlossenheit. Mit seiner Frau entschloss er sich, zwei Lebensversicherungen aufzulösen und den Film selbst zu finanzieren. Bis heute hat er für dieses brisante Thema keinen Verleih gefunden … Uran-Munition wird hergestellt aus abgereichtem Uran, dem Abfall z.B. aus Atomkraftwerken. Es hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren. Es wurde durch die US-Imperialisten nicht nur in den Irak-Kriegen eingesetzt, sondern auch im Nato-Krieg gegen Jugoslawien und jetzt in Afghanistan. Wagner: „Von den in Afghanistan stationierten Soldaten werden 30 bis 40 Prozent kontaminiert nach Hause kommen. Auch deren Kinder und sämtliche Nachfahren werden eine zerstörte DNA haben.“ Die genetische Zerstörung durch die Strahlung ist unwiderruflich und wird in alle Ewigkeit vererbt …
Den Film gibt es auf DVD bei www.people-to-people.de, er kann auch ausgeliehen werden beim Willi Dickhut Museum: www.willi-dickhut-museum.de.