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Neuer US-Feldherr für Afghanistan

24.06.10 - US-Präsident Obama hat seinen Oberkommandierenden in Afghanistan, General Stanley McChrystal, gefeuert.

Der hatte wortreich über den US-Präsidenten, dessen Stellvertreter, Sicherheitsberater, seinen Afghanistan-Sonderbeauftragten gespottet – ausgerechnet im Magazin „Rolling Stone“, das eine kritische Haltung zum Afghanistan-Krieg einnimmt.
McChrystal hatte sich für den Afghanistan-Krieg qualifiziert als Kommandant der berüchtigten Task Force 6-26 im Irak, deren Angehörige wegen rüder Verhörmethoden bis hin zur Folter von Gefangenen verurteilt wurden. In Afghanistan sollte der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen dann schnelle Erfolge vorweisen. Doch er biss sich am wachsenden Widerstand der afghanischen Bevölkerung gegen die Besatzer die Zähne aus.
Das ist auch der Hintergrund, warum General David Petraeus sein Nachfolger werden soll. Petraeus war bisher Chef des US-Zentralkommandos Centcom, dem alle US-Truppen im Nahen Osten und in Zentralasien unterstehen, bis 2008 verdiente er seine Sporen als von George W. Bush eingesetzter Oberbefehlshaber über die ausländischen Truppen im Irak. Robert Gates, US-Verteidigungsminister und ehemaliger CIA-Chef, lobte ihn dafür 2008: „Die Geschichte wird Sie als einen der größten Feldherren unserer Nation anerkennen“.
Doch auch neues Führungspersonal wird nichts daran ändern: die Eroberung und Besatzung Afghanistans scheitert am Widerstand der afghanischen Bevölkerung und am weltweiten Widerstand gegen diesen Krieg.