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Solidarität mit der antiimperialistischen Demonstration in Toronto!

27.06.10 - Unter dem Motto "Widersetzt euch dem Krieg gegen die Armen" demonstrierten gestern um die 100.000 Menschen in Toronto gegen den G8- und den G20-Gipfel und die zerstörerische Politik der größten imperialistischen Länder der Welt. Gewerkschafter, "Globalisierungsgegner", Amnesty- und Greenpeace-Gruppen, Umweltschützer, Frauen- und Migrantengruppen, Vertreter unterdrückter Völker, Berg- und Stahlarbeiter und viele andere beteiligten sich an zwei gewaltigen Protestzügen. Nach Berichten von beteiligten Personen und Organisationen war dies die größte Demonstration, die gegen einen derartigen Gipfel bisher stattfand. Die Tagesschau hat laut kritischer Medienberichte offenbar einen Film von einem der Demonstrationssammelpunkte genommen, wo noch wenige Demonstranten gekommen waren, und diese Versammlung dann für die ganze Demonstration ausgegeben.

Besonders am Pranger der Demonstranten standen Polizeiterror, die imperialistischen Kriege gegen das irakische und das afghanische Volk, die Umweltverbrechen von BP und kanadischen Minengesellschaften und die Zerstörung der Wirtschaft von Entwicklungsländern durch das Bank- und Finanzkapital von Kanada und anderen G20-Staaten. Solidarität mit dem Befreiungskampf des palästinensischen Volks stand ebenso auf den Fahnen wie Forderungen gegen Krieg, Armut und politische Unterdrückung.

Die Berichterstattung in den bürgerlichen Medien in aller Welt sendet Bilder einiger brennender Polizeiautos, spricht von Randalierern und versucht die Demonstration zu diskreditieren. Tatsächlich erwies und erweist sich als außerordentlich "gewaltbereit" der kanadische Staatsapparat, der Toronto seit Tagen in eine Festung verwandelt hat, mit Sondervollmachten ausgestattet ist und brutal gegen die Gipfelkritiker vorging.

Ein kilometerlanger Stahlzaun mit Sicherheitsschleusen ist um den Tagungsort gespannt, im Vorfeld fanden Hausdurchsuchungen bei Aktivisten statt, jeder, der sich am Zaun nicht handgreiflich durchsuchen lassen wollte, konnte entsprechend der neuen Polizeivollmachten verhaftet werden. Allein Zaun und Polizeieinsatz zum "Schutz" der Reichen und Mächtigen verschlingt so viel Geld, wie notwendig wäre, um 840.000 Kinder in Entwicklungsländern vor dem Hungertod zu bewahren; insgesamt kostet der Doppelgipfel 870 Millionen Euro!

Nach Augenzeugenberichten provozierte die Polizei die Demonstranten am laufenden Meter. "Eine Gruppe von 30 Personen wurde eingekesselt, dann  dazu aufgefordert, den Zug zu verlassen, und da dies natürlich nicht möglich war, auf der Stelle verhaftet", schreibt ein Demonstrant. Die Polizei setzte Pferde und Hunde ein und ist schwerst bewaffnet. Ein ehemaliges Filmstudio ist schon im Vorfeld zum Gefängnis umgebaut worden, hunderte wurden dort eingesperrt und werden zum Teil weiter festgehalten. Der Reporter Jesse Rosenfeld, der für die britische Zeitung "The Guardian" schreibt, wurde von Polizisten brutal zusammengeschlagen und festgenommen.

Einwohner von Toronto sind empört über den Auftrieb des Staatsapparats. "Erzählen Sie mir doch nichts von zerbrochenen Starbucks-Fenstern. Man könnte gerade meinen, die Demonstranten hätten Afghanistan erobert und besetzt, Hunderte, wenn nicht Tausende Zivilisten dort im letzten Jahrzehnt getötet und seien für den vermeidbaren Tod von 6 Millionen Kindern jährlich verantwortlich. Ach so, das alles macht ja unsere Regierung, da muss ich etwas verwechselt haben", wird ein Anwohner zitiert.

"Kein Kapitalismus" stand auf  Schildern und Transparenten. Auch wenn er sich als noch so unfähig erweist: der Kapitalismus ist nicht so einfach zu beseitigen. Dazu muss sich in der  länderübergreifenden Koordinierung und Revolutionierung des internationalen Klassenkampfs und der gegenseitigen Unterstützung im marxistisch-leninistischen Parteiaufbau der Weg Bahn brechen für die schöpferische Lösung der Allgemeinen Krise des Kapitalismus: die Vorbereitung und Durchführung der internationalen Revolution.