Politik

Aschaffenburg: Protest gegen Abwälzung der Krisenlasten

Aschaffenburg (Korrespondenz), 16.07.10: Über 130 Teilnehmer hatte die Protestkundgebung eines Bündnisses gegen das so genannte "Sparpaket" der Regierung am Samstag, den 10. Juli, in der Fußgängerzone in Aschaffenburg. Den gemeinsamen Aufruf hatten der katholische Betriebsseelsorger, die Erwerbloseninitiative, die GEW, die "Kommunale Inititative", die Montagsdemo Aschaffenburg, die evangelische "afa", ATTAC, der Verdi-Erwerbslosenausschuss und die MLPD Aschaffenburg unterschrieben. Nicht dazu durchringen konnten sich allerdings die örtlichen Gewerkschaftsführungen. 

Viele Transparente waren mitgebracht worden, z.B. mit den Forderungen "Weg mit Hartz IV" und für den "6-Stunden-Tag bei vollem Lohnausgleich". Eine Umfrage gegen das "Schröpfpaket" wurde durchgeführt, ein musikalisches Rahmen-Programm mit kämpferischen, aber auch nachdenklichen Liedern stärkte den Willen des gemeinsamen Widerstands.

Der Redner der Montagsdemo prangerte an, dass jetzt besonders wieder die Hartz-IV-Betroffenen angegriffen werden, die schon seit Jahren menschenunwürdig behandelt werden. Der katholische Betriebsseelsorger mahnte, dass die Armen und Schwachen nicht allein gelassen werden dürfen. Die Rednerin der Erwerbsloseninitiative führte aus, was das so genannte "Sparpaket" für die Familien bedeutet. Eine große Frechheit sei es, dass die Jugend oft als faul hingestellt wird, wo doch immer mehr Ausbildungsstellen weg gestrichen werden, erklärte ein rebellischer Jugendlicher.

"Diese Krisen sind ein unentrinnbarer Fluch des Kapitalismus", erläuterte schließlich der Redner der MLPD. Um das Problem grundlegend zu lösen, sei ein echter Sozialismus notwendig. Einige Teilnehmer wollen sich an der nächsten Montagsdemo beteiligen. Und die MLPD konnte neue Kontakte knüpfen.