Umwelt

"Dieses Spiel mit Leben und Tod werden wir als Kinderärzte nicht dulden!"

12.07.10 - Mit einem Offenen Brief protestierten am 5. Juli mehr als 103 Kinder- und Jugendärzte sowie Kinder- und Jugend-Psychiater gegen den Bau der CO-Pipeline für Bayer. Hier Auszüge aus dem Brief:

Sehr geehrte Damen und Herren Verantwortliche,

nach drei Jahren öffentlicher Diskussion ist unser Vertrauen in Ihr Projekt "CO-Pipeline von Dormagen nach Krefeld" vollends zerstört: (...)

Katastrophal ist die Tatsache, dass bei einem Leck in der CO-Leitung die Fa. Bayer entscheiden kann, ob und wann die Öffentlichkeit informiert wird oder nicht. Menschenverachtend empfinden wir das formal-juristisch korrekte Vorgehen, nach Erstellen eines sog. Allgemeinen Gefahren-Abwehr-Planes (AGAP), der praktisch nur eine Telefonkette darstellt, bei einem größeren Leck die Rettung den lokalen Feuerwehren zu überlassen: zwar können später Tote geborgen werden, aber eine Rettung ist nicht möglich! Denn sowohl Bayer und die Politiker als auch die Feuerwehren wissen, dass bei einem Rohrbruch die Einsatzleiter ihre Retter bei Gefahr für Leib und Leben nicht in die Todeszone schicken dürfen.

Dieses Spiel mit Leben und Tod werden wir als Kinderärzte nicht dulden! (...)

Der Umgang mit Worten, Wahrheit und Verantwortung hat auch unser Vertrauen in die Pharmasparte von Bayer zerstört.

Die Volksvertreter bitten wir dringend, angesichts der nicht mehr unbekannten Gefährlichkeit des Giftgases CO und der ablehnenden Haltung der betroffenen Bevölkerung (ca.110.000 Unterschriften gegen das Projekt), die gesetzlichen Grundlagen für die CO-Pipeline zu korrigieren: ein Projekt mit einem weltweit so einmalig hohen Risiko darf nicht in Betrieb gehen. (...)

(Mehr dazu auf der Website der "Coordination gegen Bayer-Gefahren)