Politik

Erneute Provokation Kolumbiens mit US-Rückendeckung gegen Venezuela

24.07.10 - Die Regierung Venezuelas hat am Donnerstag Abend die Grenze zum Nachbarland Kolumbien geschlossen, alle Beziehungen abgebrochen und die kolumbianischen Diplomaten angewiesen, binnen 72 Stunden das Land zu verlassen. Die venezolanische Armee wurde in Alarmbereitschaft vesetzt. Damit reagierte Venezuela auf eine erneute Provokation der reaktionären kolumbianischen Uribe-Regierung.

In einer auf Wunsch Kolumbiens einberufenen Dringlichkeitssitzung der OAS ("Organisation amerikanischer Staaten") hatte dessen Regierung Venezuela beschuldigt, 1.500 Kämpfern der kolumbianischen Guerillabewegungen FARC und ELN in "Ferienlagern" Zuflucht zu gewähren. Die FARC- und ELN-Rebellen werden von Kolumbien als "Terroristen" und "Drogenhändler" denunziert.

Zur Qualität der sogenannten Beweise meinte der venezolanische OAS-Botschafter, die Bilder seien offenkundig einfach aus dem Internet heruntergeladen. Einige der abgebildeten Strände sähen zudem wie kolumbianische aus. Kein Gericht der Welt würde solche "Beweise" akzeptieren. Selbst wenn sich FARC- und ELN-Vertreter in Venezuela aufhalten sollten, so sei das ohne Wissen oder Billigung Venezuelas. Der Präsident Ecuadors stellte sich auf die Seite Venezuelas und bezeichnete Alvaro Uribe als Lakaien des US-Imperialismus.

Tatsächlich wird Kolumbien seit Jahren zu einem Vorposten des US-Imperialismus ausgebaut. Seit 1999 gibt es dazu den "Plan Colombia" der USA. 80 Prozent der US-Hilfsgelder für diesen Plan flossen in den militärischen Bereich, 480 Millionen Dollar allein in Rüstungskäufe. Die Begründung war und ist der "Kampf gegen den Terrorismus" und den Drogenhandel. In Wahrheit richtet sich diese aggressive Einmischung gegen die antiimperialistischen fortschrittlichen Staaten Lateinamerikas und vor allem die revolutionären und Volksbewegungen dort.

Kolumbianische Kommandosoldaten haben bereits 2005 auf venezolanischem Gebiet führende Funktionäre der FARC umgebracht. Im November 2008 richteten kolumbianische Truppen ein Massaker unter Kämpfern der FARC in Ecuador an. Im November 2009 überließ Kolumbien den USA auf zehn Jahre sieben Militärstützpunkte an der venezolanischen Grenze. Schon damals warnte Venezuelas Präsident Hugo Chavez vor wachsender Kriegsgefahr. 

Chavez rechnet auch jetzt mit militärischen Aktionen Kolumbiens im Grenzgebiet und wirft Uribe vor, einen Krieg anzetteln zu wollen. Wenn es dazu käme, sei Venezuela bereit: "Wir werden weinend in diesen Krieg ziehen, aber wir werden es tun." ("focus-online", 23.7.019).

Auch wenn es fraglich ist, ob die kolumbianische Regierung angesichts der am 7. August endenden Amtszeit Uribes und der weltweiten Defensive des US-Imperialismus derzeit einen Krieg vom Zaun bricht - Wachsamkeit ist auf jeden Fall angesagt und die internationale Solidarität mit dem antiimperialistischen Kampf des venezolanischen Volk gegen alle Einmischungsversuche und Provokationen im Interesse des Imperialismus.