Jugend

Zahlreiche Tote bei der Love-Parade in Duisburg

24.07.10 - Bisher 19 Tote und über 300 zum Teil schwer Verletzte forderte ein katastrophales Gedränge während der heutigen Love-Parade in Duisburg. Trotz des viel zu starken Andrangs war das riesige Gelände der Love-Parade am Güterbahnhof nur über einen einzigen Unterführungstunnel zu erreichen. Als der Zugang zum Gelände wegen Überfüllung gesperrt wurde, aber immer mehr von hinten nachdrängten, fielen Leute zu Boden, andere wurden über sie hinweg geschoben oder an die Wände gedrückt.

Viele versuchten auch zu helfen und hoben Hingefallene wieder auf. Augenzeugen berichteten, dass die Polizei schon vor der Katastrophe und nach ihrem Ausbruch mehrfach aufgefordert wurde, sofort den Tunnel zu sperren bzw. zu räumen, ohne in irgendeiner Weise darauf zu reagieren.

Ein Korrespondent vom REBELL Duisburg berichtet: "Unser Mitgefühl gilt den tragischen Opfern der Massenpanik. Wie es dazu kommen konnte und wer dafür die Verantwortung trägt, muss mit entsprechenden Konsequenzen gründlich aufgeklärt werden!

Die Love-Parade, ein Vorzeigeevent der bürgerlichen Massenkultur lockte in diesem Jahr rund 1,4 Millionen Teilnehmer aus aller Welt - unter anderem aus Spanien, Italien, Russland - an, die seit heute früh in die Stadt strömten. Das diesjahrige Motto 'the art of love' gibt vor, für eine Kultur der 'Liebe' und des 'Friedens' zu stehen, verbreitet aber zugleich die Illusion, dies könne durch gemeinsames Feiern und 'Hauptsache Spaß', losgelöst von einer gesellschaftlichen Veränderung verwirklicht werden."