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Bulgarien: "Faschistische Gefahr von Anfang an entschieden bekämpfen"

26.07.10 - Am 6. Juni lauerte eine faschistische Schlägerbande, maskiert und mit Eisenstangen bewaffnet, einer Gruppe linker Aktivisten in Sofia auf, die an einem Protest gegen die unerträglichen Lebensbedingungen von Immigranten in einem Lager bei dem Dorf Busmancy teilnehmen wollten. Die Schläger blockierten die drei Ausgänge der Straßenbahn und griffen die jungen Antifaschisten an. Von den fünf verletzten Jugendlichen mussten zwei für mehrere Tage ins Krankenhaus. Die bulgarische "Widerstandsbewegung 23. September" erklärt dazu:

"Der Angriff vom 6. Juni beweist unwiderleglich, dass eine wirkliche faschistische Gefahr höchst arrogant an die Oberfläche des öffentlichen Lebens unseres Landes tritt. Alles weist auf die Tatsache, dass wir es mit einer über längere Zeit sorgfältig vorbereiteten und gut organisierten Provokation zu tun haben, die darauf zielt, den politischen Spielraum für jugendliche Linke mit Furcht und Terror einzuschränken. (...)

Dass die bulgarischen Faschisten hartnäckig ihre ideologische Identität verstecken, ihre Ansichten nicht öffentlich dartun, die Verantwortung für ihr Denken und Handeln nicht übernehmen, ist ein spezifisches Kennzeichen ihrer Attacken gegen uns. Es offenbart, dass sie nicht eine Sache unterstützen, die sie in öffentlichen Debatten präsentieren und verteidigen können. Sie versuchen ihre ideologische Schwäche hinter Masken und Waffen aus Stahl zu verbergen. (...)

Trotz vieler Warnungen, die die Polizei erhielt, demonstriert diese bis jetzt eine unerklärliche Toleranz gegenüber den bulgarischen faschistischen Schlägerbanden. Die Passivität des Staates erzeugt bei den Faschisten ein Gefühl der Straflosigkeit und ermutigt sie zu noch brutaleren Aktionen – das erzeugt zugleich die Basis für ernsthafte Vermutungen, dass die Faschisten auf die Protektion gewisser hoch gestellter Persönlichkeiten in Polizei und Justiz zählen können.

Noch hofft die Widerstandsbewegung 23. September, dass dieses Mal, nach diesem unerhört dreisten faschistischen Angriff, die wirklich Schuldigen im Hintergrund bestraft werden. Sonst - wenn die staatliche Unfähigkeit gegenüber den faschistischen Gräueltaten anhält – wird der Kampf gegen ein Aufkommen des Faschismus zu einer unmittelbaren Aufgabe der ganzen bulgarischen Gesellschaft werden."