Umwelt

Eine Milliarde Menschen auf der Welt haben kein sauberes Trinkwasser

30.07.10 - Die Vereinten Nationen haben das Recht auf sauberes Wasser zu einem Menschenrecht erklärt. Eine entsprechende von Bolivien vorgelegte und von 33 neokolonial abhängigen Ländern unterstützte Resolution wurde mit 122 zu null Stimmen angenommen. 41 Länder enthielten sich der Stimme, darunter die Vereinigten Staaten und einige andere westliche Länder. Etwa eine Milliarde Menschen haben weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mehr als 2,6 Milliarden haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Jeden Tag sterben 4.000 Kinder an den Folgen verunreinigten Wassers. Deshalb ist der Beschluss der Vereinten Nationen ein politischer Erfolg, er hat allerdings keine Rechtsverbindlichkeit. Durchgesetzt werden kann der Zugang zu sauberem Wasser nur auf dem Weg des Kampfes.

Ein Drittel aller Todesfälle in den neokolonial abhängigen Ländern beruht auf fehlendem sauberen Wasser, bedingt durch fehlende Abwasserreinigung. Die internationalen Agrar- und Industriemonopole sind die Hauptverursacher einer weltweiten Vergeudung des Trinkwassers. Für einen Liter Biosprit werden z.B. bis zu 9.000 Liter Wasser verbraucht.

Auch die durch die Profitgier der internationalen Monopole verursachte Erderwärmung wegen des ungebremsten Ausstoßes von Treibhausgasen wirkt sich verheerend auf den Wasserkreislauf und damit auf die Versorgung mit Trinkwasser aus. In großen Gebieten Australiens, Afrikas oder Brasiliens verlängern sich dadurch z.B. die Trockenzeiten. Im Himalaya schmelzen die Gletscher rapide ab, was die Wasserversorgung von mehreren hundert Millionen Menschen in Bangladesch, China, Indien, Nepal und Pakistan bedroht.

Die USA, Kanada aber auch die Europäische Union wollen, dass Wasser durch Privatisierung der Wasserwirtschaft ein "frei handelbares Wirtschaftsgut" wird, das sich internationale Monopole mehr und mehr unter den Nagel reißen können. Internationale Konzerne wie Nestlé, Coca Cola, Pepsi oder das RWE sind weltweit damit beschäftigt, sich diese Profitquellen zu sichern. Man plant riesige Pipelines und den Aufbau von Super-Tankerflotten, um Wasser weltweit handeln zu können.

Die Konzerne versprechen sich für jeden investierten Dollar bis zu 35 Dollar Gewinn. Solche global agierende Unternehmen wie Nestlé erlangen vor allem in den neokolonial abhängigen Ländern immer größeren Einfluss auf die regionalen Wasserwirtschaft. Sie beuten die Wasserreserven rücksichtslos aus, was meist eine Senkung des Grundwasserspiegels in den betroffenen Regionen und noch weitere Wasserknappheit zur Folge hat.

Seit Jahren ringen weltweit zahlreiche Organisationen sowie etliche Regierungen neokolonial ausgebeuteter Länder wie die von Bolivien um die Anerkennung eines Menschenrechts auf Wasser. Ihnen geht es dabei vor allem um den politischen Druck auf diejenigen Länder, die Wasser zur Profitmacherei der internationalen Monopole nutzen wollen. Dagegen gibt es heftigen Widerstand. Mittlerweile haben deshalb einige Länder wie Bolivien und Uruguay die Privatisierung des Wassers in der Verfassung untersagt. Es ist also nicht zufällig, dass die Initiative in der UNO von Bolivien ausging.

Im bolivianischen Cochabamba führte die Bevölkerung Anfang 2000 einen regelrechten "Wasserkrieg" dagegen. Nach der durch den internationalen Währungsfonds IWF erzwungenen Privatisierung der Wasserversorgung verdreifachte der US-amerikanische Bechtel-Konzern innerhalb kürzester Zeit die Wasserpreise. Auf die Verhängung des Kriegsrechts durch die damalige, den Imperialisten hörige Regierung reagierte die Bevölkerung mit bewaffnetem Widerstand. Mitte April 2000 musste die Regierung die Privatisierung schließlich zurücknehmen. Die Weltbank versucht heute noch, die neue bolivianische Regierung unter Präsident Morales aufgrund des geltenden Handelsrechts auf einige Millionen Dollar Schadensersatz zu verklagen.

Das Problem der zunehmenden Verschmutzung, Verseuchung und Vergeudung des grundlegenden Lebensmittel Wasser kann nur durch eine weltweite Widerstandsfront gegen die Profitmacherei der internationalen Monopole und ihre Unterstützung durch die Regierungen in den imperialistischen Ländern gestoppt werden.

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