Betrieb und Gewerkschaft

Stuttgarter KBA-Belegschaft stellt Vorstand Ultimatum

Stuttgart (Korrespondenz), 28.07.10: "Nach eineinhalb Jahren Kampf stehen wir auch diese Tage noch durch!" Damit beendete der KBA-Betriebsratsvorsitzende gestern seine Rede vor über 150 Kollegen, von denen etliche auch aus Solidarität von den Nachbarbetrieben gekommen waren. Denn die KBA-Kollegen, die trotz der Androhung von Insolvenz und der Entlassung von 39 Arbeitern sich nicht unterkriegen lassen haben, gehören zusammen mit den Behr-Kollegen in Stuttgart zu den Belegschaften, die trotz Krise bzw. jetzt Depression für ihre Arbeitsplätze kämpfen.

Nach einer öffentlichkeitswirksamen Aktion auf der Aktionärsversammlung schien der Vorstandsvorsitzende des Mutterkonzerns "König und Bauer" grünes Licht für Verhandlungen mit der Geschäftsleitung von KBA gegeben zu haben. Das Ergebnis war ein Eckpunkteprogramm, bei dem der Betriebsrat bereit war, auch Gelder aus dem ERA-Anpassungsfond herzugeben. Doch dieses Zugeständnis war den Vorständen offensichtlich nicht genug. Deshalb wurde dem Vorstand ein Ultimatum gestellt und bei Ablauf ein Warnstreik sowie eine Kundgebung vor dem Werk organisiert. Bis spätestens Donnerstag hat der Vorstand noch Zeit, sich die Sache zu überlegen, wo die Fortsetzung der Betriebsversammlung geplant ist.

Die Erfahrungen mit dem Eckpunkteprogramm bestätigen, was schon viele Belegschaften zuvor erfahren mussten: Verzicht rettet keinen Arbeitsplatz! Das "überzeugendste Argument" ist immer noch ein selbständiger Streik.

Vor dieser Frage steht auch die Behr-Belegschaft vom Werk 8, die ebenfalls mit einer Delegation da war. Sie verteilten ein Flugblatt mit der Überschrift: "Gewinne für Behr – Hartz IV für Werk 8 Kollegen?" Ein selbständiger Streik bei Behr würde die geplante Übernahme durch Mahle zum viertgrößten KfZ-Zulieferer empfindlich stören und wäre ein politisches Signal.