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Chile: Anti-Terrorismus-Gesetz gegen Mapuche-Indianer

05.08.10 - Die Gesellschaft für bedrohte Völker ruft in einer Pressemitteilung vom 19. Juli zur Solidarität mit 20 politischen Gefangenen in Chile auf. Die Mapuche-Indianer sind "nach dem berüchtigten Anti-Terrorismus-Gesetz, das noch aus der Zeit der Pinochet-Diktatur stammt, wegen Landrechtsauseinandersetzungen angeklagt und sollen vor ein Militärgericht gestellt werden". Dagegen sind die Gefangenen in den Hungerstreik getreten (mehr dazu hier). 

In diesem Zusammenhang informiert die Pressemitteilung über das chilenische Anti-Terrorismus-Gesetz: "Das chilenische Anti-Terrorismus-Gesetz ermöglicht eine extrem lange Untersuchungshaft von bis zu zwei Jahren. 'Die Verfahren werden vor Militärgerichten geführt und erlauben die Zulassung von anonymen so genannten gesichtslosen Zeugen, was Denunzianten Tor und Tür öffnet und die Verteidigung der Mapuche-Angeklagten enorm erschwert", kritisierte Bankert (Yvonne Bankert ist GfbV-Referentin für indigene Völker – Anm. von "rf-news").

"Das Strafmaß sei mit oft fünf bis zehn Jahren Haft zuzüglich hoher Geldstrafen sehr viel höher als bei Zivilprozessen. Typischer Anklagepunkt sei terroristische Brandstiftung, wenn z.B. Mapuche bei dem Versuch, ihr angestammtes Land zurück zu besetzen, Heuballen, Waldarbeiterhütten oder Holzstapel in Brand setzen. Mapuche mussten ihren zivilen Widerstand schon mit dem Leben bezahlen. Allein 2009 kamen in Auseinandersetzungen um heute von Landbesitzern oder Holzkonzernen genutztes Mapuche-Land zwei junge Indianer durch Polizeikräfte ums Leben.“