Politik

Kulturwoche zur "Roten Ruhrarmee" beginnt am Sonntag - Politische Willkür gegen Gedenkfeier

Kulturwoche zur "Roten Ruhrarmee" beginnt am Sonntag - Politische Willkür gegen Gedenkfeier
Szenenbild "Grubenlicht und Wetter"

12.08.10 - Die Kulturwoche "90 Jahre Rote Ruhrarmee" von der überparteilichen Bergarbeiterbewegung "Kumpel für AUF" beginnt am Sonntag, den 15. August. Sie findet im Rahmen der Kulturhauptstadt "Ruhr.2010" statt und wird um 18.30 Uhr im Gelsenkirchener Kultursaal Horster Mitte eröffnet. Unmittelbar danach beginnt das Theaterstück "Grubenlicht und Wetter" (Programm auf der Homepage von "Kumpel für AUf"). Die Stadtgruppen von "Kumpel für AUF" haben vielfältigste Aktivitäten vorbereitet. Die MLPD führt am Freitag in Düsseldorf, Essen und Oberhausen Veranstaltungen über die Hintergründe der Märzkämpfe 1920 durch.

In der Diskussion soll auch der Bezug zur aktuellen Entwicklung hergestellt werden. Unter den Bergleuten an der Ruhr, in Ibbenbüren und im Saarland verbindet sich das Interesse für die Lehren aus dem bewaffneten Kampf der Bergarbeiter vor 90 Jahren gegen eine faschistische Machtergreifung auch mit den Diskussionen über einen neuen Massenkampf gegen die geplante Vernichtung des Bergbaus bis 2014.

Skandalös ist das Verhalten der Gelsenkirchener Friedhofsverwaltung, die eine Gedenkfeier auf dem Friedhof Gelsenkirchen-Horst nicht genehmigen will. "Kumpel für AUF" hat dagegen eine einstweilige Verfügung beantragt. In der heutigen gemeinsamen Pressemeldung von der Stadtgruppe von "Kumpel für AUF" und dem Personenwahlbündnis "AUF Gelsenkirchen" wird dazu Stellung genommen:

"Seit Monaten bereitet Kumpel für AUF, AUF Gelsenkirchen, der Freidenkerverband Gelsenkirchen, der Frauenverband Courage, der Jugendverband REBELL, Gelsenzentrum etc. eine würdige Gedenkfeier mit Kranzniederlegung für die im Ruhrkampf 1920 ermordeten Gelsenkirchener Arbeiter vor. Auf dem Friedhof Horst Süd ist hierzu eine Gedenktafel angebracht.

Dort sind unter anderen die fünf Namen der jungen Bergleute eingraviert, die auf Befehl der Reichswehr standrechtlich erschossen wurden. Mit ihrem mutigen Kampf boten über 100.000 vorwiegend junge Bergleute der roten Ruhrarmee den Putschisten um Kapp und Lüttwitz die Stirn. Ohne den Generalstreik und ohne die rote Ruhrarmee hätte die F. Ebert-Regierung niemals zurückkehren können.

Nun maßt sich in ein Herr Köhn von Gelsendienste an, die Gedenkfeier unter fadenscheinigen Gründen zu verbieten: Die Friedhofsatzung würde Gedenkfeiern von nichtreligiösen Vereinigungen untersagen.
'Ein Friedhof ist für alle da! Die Gedenkfeier wird von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit durchgeführt u.a. dem Freidenkerverband, der den Kirchen rechtlich gleichgestellt ist', so Frank Jasenski, Rechtsanwalt in Gelsenkirchen, der von den Veranstaltern zwecks einer einstweiligen Verfügung eingeschaltet wird. 'Das ist politische Willkür. Es finden immer wieder an Gedenkstätten, ob auf dem Friedhof oder außerhalb, Gedenkfeiern statt so z.B. auch am Mahnmal für die Zwangsarbeiter, welches ebenfalls auf dem Friedhof Horst Süd steht.'

Warum wird die Gedenkfeier von der Stadtverwaltung unterdrückt, statt sie als Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhr.2010 zu unterstützen? Die Veranstalter akzeptieren dieses Verbot auf jeden Fall nicht. Die Gedenkfeier muss stattfinden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen teilzunehmen: Am Samstag, den 21. August um 14 Uhr am Friedhof Horst Süd.

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buckler (Stadtsprecher Kumpel für AUF Gelsenkirchen)
Manuela Reichmann (Vorstand AUF Gelsenkirchen)"

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