Umwelt

Droht mit den Waldbränden in Russland nun eine atomare Verseuchung?

14.08.10 - In Russland brennen nach wie vor über 600 Brandherde in den Wäldern und Torfgebieten, davon über 100 Großbrände. Eine neue Qualität erreichte diese weiträumige regionale Umweltkatastrophe jetzt dadurch, dass die Brände auf das Länderdreieck Russland-Ukraine-Weissrussland übergriffen und damit auf die radioaktiv immer noch massiv verseuchte Tschernobyl-Region. Dort werden 28 Brandherde gezählt. Die offiziellen Beschwichtigungen, radioaktive Partikel würden durch die Rauchschwaden nur ca. 100 Kilometer weit verteilt und seien im wesentlichen nur eine Gefährdung für die löschenden Feuerwehrleute, ist eine Unverschämtheit und eine Zwecklüge der Atomindustrie und ihrer Helfeshelfer.

Die durch die Brände und die dabei entstehenden Gase aufgewirbelten Partikel werden sich abhängig von erreichter Höhe und Windrichtung über grössere Strecken über mehrere Länder verteilen. Vom Deutschen Wetterdienst wird bei der gegenwärtigen Windrichtung angenommen, dass die Partikel derzeit vorwiegend über Osteuropa und Südschweden niedergehen werden.

Ein Übergreifen der Flammen auf die berüchtigte Atommüll- und Wiederaufbereitungsanlage Majak im Südural konnte bisher nur um Haaresbreite verhindert werden. Die Region um Majak ist weiträumig atomar verseucht und ein Beispiel für den gewissenlosen Umgang der sozialimperialistischen Kreml-Herrscher nach dem Verrat am Sozialismus seit 1956 und jetzt der offen antikommunistischen Putin-Regierung mit dem Atommüll. Sie sind ebenso verantwortlich für die Zersetzung der früheren Waldschutz- und Brandschutzbestimmungen und die Privatisierung der Forstwirtschaft.

In Russland wie bei der gigantischen Überflutung in Pakistan versagen die Herrschenden und ihr bürokratischer Apparat und das internationale Krisenmanagement, das kapitalistische System erweist sich als lebensgefährlich für die Menschheit! Nicht nur das, sie versuchen die Katastrophenhilfe in den Entwicklungsländern auszunutzen, um militärisch zu intervenieren und die Kontrolle über diese Länder zu verstärken. Die Selbstorganisation und Initiative der Bevölkerung ist die stärkste Kraft im Kampf gegen die Umweltkatastrophen. Während für die Rettung spekulierender Großbanken die G20 in Windeseile Hunderte von Milliarden Dollar bereitstellen konnte, beläuft sich die "internationale Hilfe" für die Menschen in Pakistan bisher gerade einmal auf 3,20 Dollar pro Flutopfer - ein Skandal!

Die internationalen Monopole und imperialistischen Regierungen sind die Verursacher des Übergangs in die globale Umweltkatastrophe! Sie sind für alle Schäden haftbar zu machen und sollen dafür bezahlen! Diese Forderung und sofortige Klimaschutzmaßnahmen sowie das Abschalten aller AKWs weltweit kann nur eine starke internationale Bewegung im Kampf durchsetzen. Die Lehre aus den sich gegenwärtig abspielenden Tragödien muss sein, den Aufbau dieser internationalen Widerstandsfront mit aller Kraft zu fördern. Hoch die internationale Solidarität!