Politik

Über 16.000 demonstrieren gegen "S21"

Stuttgart (Korrespondenz), 09.08.10: Mehr als 16.000 Demonstrationsteilnehmer am vergangenen Samstag gegen "Stuttgart 21" ("S21") aus ganz Baden-Württemberg: Das übertraf selbst die Erwartungen der Veranstalter bei weitem!

Bei der Auftaktkundgebung dann Kulturbeiträge, etwa zwei Raps gegen dieses Milliardenprojekt oder ein 150-köpfiger "Bürgerchor" mit einem Text voller schwäbischer Kraftausdrücke. In den Reden etwa vom Mitglied des SPD-Vorstands Hermann Scheer oder des Fraktionsvorsitzenden der GRÜNEN im Stuttgarter Gemeinderat, Werner Wölfe, kam immer wieder die Orientierung auf ein so genanntes Moratorium, einen vorläufigen Baustopp also, das auch in einem "Stuttgarter Appell" gefordert wird, der rechtzeitig zur Großdemonstration in den beiden großen Stuttgarter Tageszeitungen erschienen ist.

Im Gegensatz dazu stand die abschließende Rede des Fraktionsvorsitzenden der SÖS/Linke im Stuttgarter Gemeinderat, Hannes Rockenbauch, der vom notwendigen Kampf bis zum Baustopp von "S21" ausging. Der Meinung waren auch die vielen Demonstrationsteilnehmer. Sie machten auch konkrete Vorschläge, wie der aktive Widerstand geführt werden sollte: Viele zeigten sich bereit, aktiv den Stuttgarter Schlosspark gegen Abholzung zu schützen. Die meisten sprachen von der Notwendigkeit von Blockaden, Besetzungen und Streiks. 

Ich verkaufte die "Rote Fahne" bei der Demo. Interessiert zeigten sich alle Gesprächspartner an der Losung "Kein Stuttgart 21 - wir denken weiter als der Kapitalismus es zulässt". Und es gab niemanden, der keine Einladung zur offenen Initiativgruppe der MLPD gegen "Stuttgart 21" genommen hätte. Allerdings: Festlegen wollte sich auf Anhieb noch niemand, zum nächsten Treffen der Initiativgruppe oder zu ihrem nächsten Aktionsstand zu kommen. Da muss sicher noch intensivere Überzeugungsarbeit geleistet werden.