Betrieb und Gewerkschaft

Wie mit Ein-Euro-Jobbern Profit gemacht wird

Oberhausen (Korrespondenz), 11.08.10: Im Fernsehmagazin "WISO" wurde am 26. Juli aufgedeckt, dass durch ein Zusammenspiel von Arbeitsagenturen, der Bundesanstalt für Arbeit und so genannten "gemeinnützigen Trägern" wie "Diakonisches Werk" oder "AWO" Lohndumping mit Hartz-IV-Betroffenen betrieben wird.

Im niedersächsischen Gifhorn werden in der "Diakonischen Servicegesellschaft Kästorf GmbH", die der evangelischen Kirche gehört, Ersatzteile für VW produziert. Ca. 80 Arbeiter werden dort als Ein-Euro-Jobber für 1,50 Euro beschäftigt, während die Diakonie 5 bis 8 Euro erhält. Die "Servicegesellschaft Kästorf GmbH" unterbietet und verdrängt damit andere mittelständische Zulieferbetriebe. VW und die evangelische Kirche kassieren den Profit.

Viele der bundesweit offiziell 246.000 Ein-Euro-Jobber werden auf diese Weise beschäftigt. So auch in Schwäbisch Hall bei der "Terra Hohenlohe GmbH", die zum "Paritätischen Wohlfahrtsverband" gehört. Die "Terra Hohenlohe GmbH" arbeitet unter anderem für Druckereien und lässt für die Druckerei Siller Kalender und Notizblöcke zusammenfügen.

Auch die der SPD nahestehende "Arbeiterwohlfahrt" (AWO) ist bundesweit in dieses schmutzige Geschäft verstrickt. In Mönchengladbach vermittelt die AWO Menschen als Hilfskräfte in ein Pflegeheim für Behinderte für 1,50 Euro in der Stunde. Nach Protesten der Gewerkschaft Ver.di musste eine AWO-Tochtergesellschaft in Neumünster die Vermittlung von Putzstellen für 1,50 Euro in der Stunde wieder aufgeben.