Politik

Montagsdemo-Splitter vom 16. August 2010: Weitere Feiern zu "Sechs Jahre Montagsdemo"

19.08.10 - 150 Menschen feierten auf dem Marienplatz in München mit "Musik, dem bewährten offenen Mikrofon, Leckereien, Sekt und als besonderem 'Schmankerl' der Versteigerung eines T-Shirts mit Unterschriften der Profis von '1860 München', gespendet von 'unserem' ehemaligen 1860er Spieler Fredi, der nach Kräften die Montagsdemo unterstützt".

In Saarbrücken verbanden die Montagsdemonstranten ihre bunte Sechsjahresfeier mit der scharfen Kritik daran, dass die gerade neu eingeschulten Kinder von Hartz-IV-Beziehern keinerlei Sonderbedarf genehmigt bekommen, sondern im Gegenteil angeben müssen, ob mit der Schultüte ein "geldwertes Einkommen" vorliegt, das vom Regelsatz abzuziehen ist. Bergleute nahmen den Vertragsbruch der Ruhrkohle AG mit den drohenden Massenentlassungen auseinander und wissen die Montagsdemo an ihrer Seite.

Das Sechsjahresfest in Bochum ließ die Höhepunkte Revue passieren: 2004 die Unterstützung der streikenden Opelaner, später der Kollegen von Nokia, dann der erfolgreiche Kampf gegen das Auftreten der Neonazis, die Verhinderung einer drohenden Abschiebung, die Unterstützung der Kämpfe der Leiharbeiter, die jährlichen Herbstdemonstrationen in Berlin und die laufende Unterstützung, Beratung und Begleitung von Hartz-IV-Betroffenen zur ARGE sowie zu Ämtern. Grußworte gab's von der VVN, der Sozialen Liste Bochum, der Arbeitsloseninitiative, von Courage, der MLPD und der DKP. Mit viel Musik, Kultur, Gedichten und Sketchen ging trotz Regen eine tolle Feier zu Ende.

"Welchen Traum hast du für Deutschland?" wurde in Hamburg gefragt. Ein Arbeiter: "Ich träume davon, dass wir in den Betrieben nicht länger so unter Druck stehen, dass wir krank werden." Ein anderer Montagsdemonstrant träumte davon, "dass alle faschistischen Organisationen verboten werden". Und ein weiterer davon, "dass alle zur Herbstdemonstration mit nach Berlin kommen und gemeinsam gegen die Regierung demonstrieren".

Die Montagsdemonstranten in Frankfurt/Main forderten die Rücknahme der Strafanzeige wegen angeblich übler Nachrede gegen einen ihrer Sprecher und luden für den 30. August zu ihrer Sechsjahresfeier ein.

(Gesammelte Berichte der Montagsdemonstrationen)